Trainingspraxis Laufen 2


Trainingspraxis Laufen



Trainingspraxis Laufen


Trainingspraxis Laufen



Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

Wenn Schüler in die Kader, mit den Besten trainieren und gewinnen wollen

Von Lothar Pöhlitz

© Lothar Pöhlitz – 10. März 2016 - „Die angeborenen Schnelligkeitsfähigkeiten, die aerob-anaerobe Kapazität und Talente die in die Spitze „wollen“ entscheiden über Erfolge über 800 m – 5000 m oder im Marathon – wichtig aber ist zuerst das Talent für ... möglichst früh zu erkennen“ (Lothar Pöhlitz 1992)

Ohne Begabung, Einstellungen, mentale Stärke und Fleiß gibt´s keine großen Siege

„Es gibt zehn Gründe und davon ist keiner unbekannt: Talent, hohe und höchste Leistungsmotivation, Unterstützung durch Eltern, Schule und Umfeld, eine frühzeitige, nicht nur eine koordinative, sondern auch konditionelle Vorbereitung im Kindes- und Jugendalter, langfristige und gesunde Steigerung der Belastung, permanente Kontrolle des Belastungszustandes und der Belastbarkeit, hochkompetente Trainer, optimale wissenschaftliche Unterstützung für Mensch und Material, finanzielle Absicherung während des Leistungssports mit Vorbereitung der beruflichen Karriere danach und schließlich Zeit für Leistungssport“ (Mester DSHS 2009)

Ein kleines Nachwuchs - Leistungs - Team könnte alles beschleunigen

An ein Talent sind also eine Reihe von Voraussetzungen für spätere Siege gegen die Besten gebunden die möglichst früh zu erkennen und systematisch auszuprägen sind. In diesem Falle physisch und psychisch spezifische Begabungen z.B. auch für das schnelle Laufen. Wenn die Begabung für das Talent, das Goldkörnchen oder das Genie, das „Erbe“ für kurzes-schnelles oder langes-schnelles Laufen spätestens im Bereich U14 erkannt ist entscheidet schließlich, auch für Mittel- und Langstreckler, die mitgebrachte Siegermentalität, das Wollen „des/der Kleinen“ und die Qualität des Trainers ob das eines Tages etwas mit dem Podium werden könnte. Auch wenn Geduld eine wichtige Tugend auf dem Weg nach oben ist sollten Eltern nicht verzweifeln wenn der/die Kleine etwas außergewöhnliche Willensqualitäten oder Durchsetzungskraft von Opa oder Oma, Mama oder Papa geerbt haben. Die kann er/sie gut gebrauchen wenn er/sie eines Tages Beste(r) sein will. Es sollte immer auch bedacht werden das sich Talente in Gruppen „Guter“ schneller entwickeln als allein mit ihrem „Papa-Coaches.

Da inzwischen die neu geschaffenen internationalen U18- und U20 – Vergleiche von einer Vielzahl von Ländern angenommen wurden und sich auch Deutschland dazu bekannt hat, wäre ein Schwerpunkt „mit Nachwuchsleistungssport nun im Bereich U14 beginnen“ auch für uns dringend.


Abb.: Energieanteile aerob-anaerob / laktazid / alaktazid

Ein möglichst komplexes Leistungsprofil (Talent-Test-Begleitung)* ist zuerst festzulegen und sollte während der nachfolgenden Karriere rund um die Spezialstrecke ständig Begleiter neuer höherer Anforderungen sein:

Auf der Grundlage einer solchen Testbatterie werden die Talente ausgewählt und früher als in der Vergangenheit dem Disziplinbereich zugeordnet und ausgebildet in ihre Stärken liegen und die besten Ergebnisse zu erwarten sind. Wichtig ist alle notwendigen Fähigkeiten (auch die Schwächen) ständig parallel auszuprägen.

Auch Interviews zu geben und den Umgang mit den Medien sollte man lehren

In den Wintersportarten konnte man es erst kürzlich wieder einmal im Funk und Fernsehen und in der Presse erleben das die jeweils Vierten bereits die ersten Verlierer sind. Sieger oder wenigstens das Podium zählt für die Besten, auch für unsere vielen begeisterten Zuschauer. „Sie treiben mit Begeisterungstürmen“ die Deutschen am liebsten auf vordere Plätze. Das Besondere sind natürlich Medaillen, wer aber nach einem mindestens 10 jährigen Leistungstraining Finalplatzierungen 1-8 bei EM, WM oder sogar Olympischen Spielen erreicht gehört zu den Gewinnern gegen die Weltbesten und verdient unser aller Hochachtung.

Laura Dahlheimer, eine unserer erfolgreichen Biathletinnen einer neuen Generation nach Neuner, hat sie in einem Interview genannt, die Voraussetzungen fürs Weltniveau: „ich wollte schon als Kind in einen Kader, mit den Besten trainieren, in den Welt-Cup und gewinnen!“ Nur wer in einer Einzeldisziplin schon früh der/die Beste sein will hat wohl die wichtigste Voraussetzung für die mentale Stärke im Kampf gegen die Besten „mitbekommen“. Zur Bereitschaft zum üben, zum immer besser werden wollen, mental stark zu werden braucht es natürlich unterstützende Partner. Eltern, privates Umfeld, den Schulsportlehrer oder den geeigneten, „besten Trainer der Welt“ im Verein bzw. Verband. Sie alle bereiten die Karriere junger Talente möglichst im T E A M vor und begleiten sie über Jahre. Sie unterstützen die Fortschritte mit Lob und Ansporn zu mehr, zu neuen höheren Zielen, aber helfen ihnen auch mit Enttäuschungen, Niederlagen, Rückschlägen umzugehen und aus gemachten Fehlern zu lernen.

Mentale Stärke baut sich durch Siege und Erfolge im Training auf

Mentale Stärke zu erwerben ist verbunden mit: Siegen lernen, mit besser werden wollen, mit Steigerungsfähigkeit, dem spürbaren Unterschied zu anderen, im Training Herausforderungen positiv lösen zu wollen, zu lernen an sich selbst zu glauben, Zweifel nicht zuzulassen, Rückschläge schnell zu überwinden um bereits ins nächste Rennen besser zurückzukommen. In allen Altersstufen widerspiegelt sich der Stand der Ausbildung. Oft wird übersehen dass schon für Jüngere jeder Wettkampf einmalig und nicht wiederholbar ist, das nächste Rennen neu, mit anderen Gegnern, über eine andere Strecke oder in einer anderen Geschwindigkeitsgestaltung, im Spurt oder von vorn. So haben Wettkämpfe für Kinder und Jugendliche auch eine andere Bedeutung als für Trainer, die auch wenn es manchmal schwerfällt, das kleine Lob doch hervor zaubern sollten. In diesen Phasen beginnt bereits, an Herausforderungen, Erfahrungen und deren positive Lösung, an Erfolge gebunden der Aufbau der mentalen Stärke.


Auch wenn das Podium fern ist muss es Ziel sein

Mit jedem Sieg wachsen Überzeugungen und das Selbstvertrauen

Mit jedem Erfolg wächst die Überzeugung das man mehr, vielleicht auch alles erreichen kann wenn man daran glaubt und sich richtig anstrengt, wie im Januar 2016 unsere junge Handball-Nationalmannschaft als sie sensationell Europameister wurde. Mit zunehmenden Überzeugungen und Erfolgen schwinden auch Versagensängste. Sie basieren in der Regel auf schlechten Trainingsergebnissen, auf negativen Gedanken wie beispielsweise „ich bin nicht gut genug um die Aufgabe zu lösen, an fehleingeschätzten Gegnern die zu stark sind oder an negativ argumentierenden Trainern“.

Der Glauben an sich selbst ist vielleicht der wichtigste Schlüssel auf dem Weg nach oben. Vertraue in Deine Fähigkeiten und sei sicher im Umgang mit Deinem Umfeld, stelle Dich Herausforderungen mit der Überzeugung und Bereitschaft sie lösen zu können. Denke aber immer auch daran dass große Ziele in der Regel nur mit entsprechenden Einstellungen, besonderen Anstrengungen zu erfüllen sind. Mentale Stärke entwickelt sich im Ergebnis grenzwertiger wettkampfnaher Trainingsanforderungen und der Bereitschaft sie in entscheidenden Wettkämpfen immer wieder erfolgreich abgerufen zu haben.

Auch den Umgang mit „Psychokrieg“ kann man vorbereiten

Nicht wenige sind auf unerwartete Außeneinflüsse nicht vorbereitet und lassen sich negativ beeinflussen. Schlechtes Wetter, Wind, Regen, zu kalt, zu heiß, zu warm oder schlechte Luft in einer Halle lenken sie z.B. vom möglichen angedachten Sieg oder einem aktuellen Leistungsziel ab. Auch auf die durchaus üblichen negativen Beeinflussungen kurz vor Rennen durch gegnerische Trainer oder Mitbewerber ("Psychokrieg") sind Läufer – selbst noch im U23-Alter – oft nicht oder ungenügend vorbereitet.

Talente – auch wenn sie zu den Besten bei den Tests gehörten - ohne langfristig aufgebaute mentale Stärke, ohne die Bereitschaft ihre im Training erarbeitete Leistungsfähigkeit in entscheidenden Wettkämpfen präsentieren zu wollen und immer besser zu können, ohne zu glauben das sie gewinnen werden, ohne die Fähigkeit die Befehle des Gehirns im Gesamtsystem umzusetzen wenn es darauf ankommt, werden nur selten die Erwartungen erfüllen. Und die Geschichte des Hochleistungssports lehrt dass das „Goldkörnchen“ nur zusammen mit der Trainerpersönlichkeit, seinem besten Trainer der Welt, am Ende Gold gewinnt.

„Internationale Konkurrenzfähigkeit im Mittel- und Langstreckenlauf setzt voraus das Läufer und ihre Trainer schon früher zur „Elite Middle- & Long Distance - Running“ gehören wollen und „dürfen“ und dafür rechtzeitig die Voraussetzungen geschaffen werden. Der Weg zum Gipfel ist lang und wird vor allem erfolgreich beschritten wenn es Spaß macht und mit Erfolgen verbunden ist“ (Lothar Pöhlitz LCA 2012)

Fotos: Schneider, Rigal, Ayadi