Trainingspraxis Laufen 2


Trainingspraxis Laufen



Trainingspraxis Laufen


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Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

Das Wissen um die Talentproblematik darf nicht nur Trainer herausfordern Talent – Talent – wenn´s Feuer aber nicht brennt

Eine kleine Literaturanalyse von Lothar Pöhlitz

© Lothar Pöhlitz - 13. November 2015 - „Die Eignung für eine Laufstrecke im Sprint-, Mittel- oder Langstreckenlauf wird durch das individuelle Verhältnis der anaeroben oder aeroben Energiebereitstellung - deren organisches Korrelat der genetisch determinierte Muskelfasertyp ist – bestimmt“ (DICKHUTH 1990)

Viele junge Langsprinter gehören früher zur Mittelstrecke - viele junge Mittelstreckler gehören früher zur Langstrecke

„Nachwuchstraining muss als Eignungserkennungstraining verstanden und gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, wesentliche Leistungsvoraussetzungen herauszuarbeiten, deren Entwicklungszustände und -verläufe sauber zu dokumentieren“ (NORDMANN 2009)

Erziehen, entwickeln wollen erfordert fördern und fordern zugleich. Jeder ist für irgendeine Disziplin oder Sportart talentiert, es ist Aufgabe der Trainer dies möglichst früh zu erkennen, sie der jeweiligen Disziplin / Sportart ohne persönliche Egoismen zuzuführen und entsprechend auszubilden. Genetisch festgelegt ist, ob die Muskulatur eher schnellkräftig oder verstärkt ausdauernd ist (Pöhlitz 1986).

Die Erfahrung lehrt dass nicht alle Talente über die notwendigen Intelligenzvoraus-setzungen verfügen, um die privaten, schulischen und Trainings- und Wettkampf-aufgaben erfolgreich miteinander zu verbinden. Intelligenz ohne Leistungsbereitschaft und ohne starke Willensqualitäten dagegen führt nicht zu Spitzenleistungen. Erfahrung ist auch, dass Sportler im Endeffekt können was sie können wollen (Pöhlitz 1987).

Je härter man trainiert – sei es in der Musik, im Sport oder in der Wissenschaft, umso besser wird das Ergebnis. Amerikaner, Afrikaner, Japaner oder Chinesen arbeiten meist härter als Europäer. (Lang Lang im FOCUS 15/2009)

Die Ausbildung von Begabten setzt organisierte Zeit zum täglichem Üben voraus, dies gilt für Sänger, Pianisten, Artisten, Schwimmer und auch für Läufer und Geher, die eines Tages vor einem großen Publikum erfolgreich auftreten wollen.?Junge Sportler die früh beginnen und seit frühester Kindheit mit Spaß üben haben einen Übungsvorsprung der kaum aufzuholen ist. Es ist aber auch Erfahrung, dass noch deutliche Fortschritte durch intensives üben bis ins späte Hochleistungsalter möglich sind.

„Konstitutionell – anatomisch günstige Voraussetzungen stellen nur einen Teilbereich der sportlichen Leistungsfähigkeit dar. Analysen zeigen dass bis zu 60 % Sportverletzungen oder Sportschäden und ein daraus resultierender frühzeitiger Karriereabbruch auf ungünstige Voraussetzungen zurückzuführen sind.“ (LOHRER 1990)

Belastbarkeit ist eine wichtige Voraussetzung für einen Weg nach oben

„Erfolgreiche Entwicklungsverläufe von jungen Nachwuchsathleten im Leistungssport sind wesentlich von ihrer „Belastbarkeit“ abhängig. Sie ist durch genetische Anlagen, sowie durch exogene und endogene Einflüsse bestimmt. Die Belastbarkeit entscheidet maßgeblich über die mögliche Kontinuität des individuellen, langfristigen Trainings- und Leistungsaufbaus“ (FRÖHNER 2008).

„Belastbarkeit aber ist nicht angeboren, sondern das Ergebnis möglichst früh beginnender allgemeiner- und spezieller vielseitiger Einwirkungen auf den kindlichen Organismus durch systematisch zunehmende Anforderungen, auch mit sportartgerichteten Übungen (Ganzkörperkonditionierung, Schwachstellenbeseitigung)“ (Pöhlitz 1979)

„Nachwuchstraining muss als Eignungserkennungstraining verstanden und gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, wesentliche Leistungsvoraus-setzungen herauszuarbeiten, deren Entwicklungszustände und -verläufe sauber zu dokumentieren“ (NORDMANN 2009).

Prof. W. Kindermann definierte 1990 die Talent-Voraussetzungen aus sportmedizinischer Sicht wie folgt:

  • Leistungsphysiologisch hinsichtlich der dominierenden leistungsbestimmenden Faktoren der Sportart genetisch?herausragend determiniert sein (aerobe + anaerobe Leistungsdiagnostik)
  • orthopädisch hoch belastbar sein (Minusvariante: z.B. anatomische Anomalien)
  • internistisch gesund und wenig krankheitsanfällig sein ?(Minusvariante: z.B. erhöhte Infektanfälligkeit, hoher Substitutionsbedarf) mental stabil sein (Minusvariante: Trainingsweltmeister).

„Talent, hohe und höchste Leistungsmotivation, Unterstützung durch Eltern, Schule und Umfeld, eine frühzeitige, nicht nur koordinative, sondern auch konditionelle Vorbereitung im Kindes- und Jugendalter, langfristige und gesunde Steigerung der Belastung, permanente Kontrolle des Belastungszustandes und der Belastbarkeit, hochkompetente Trainer, optimale wissenschaftliche Unterstützung für Mensch und Material, finanzielle Absicherung während des Leistungssports mit Vorbereitung auf eine berufliche Karriere danach und schließlich Zeit für den Leistungssport“ (Reinsch 2009)

Alles ist Anpassung. 10000 Übungsstunden benötigen Menschen um außergewöhnliche Fähigkeiten auszuprägen. Talente werden geschaffen. Wunderkinder gibt es nicht. (ERICSSON-USA-2008)

Fotos: TV Parsberg, Schneider