Trainingspraxis Laufen 2


Trainingspraxis Laufen



Trainingspraxis Laufen


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Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Junge Lauf-Talente erwarten dass ihr Trainer der Beste ist

Wer Hochbegabte besser machen will sollte sich der Verantwortung bewusst sein

30. April 2014 © Lothar Pöhlitz - Zur Elite im Sport zu gehören ist ein Privileg. Begabt zu sein aber ist nichts Exklusives, wenn man nicht erfolgreich sein und eines Tages im Kampf gegen die Besten bestehen will. Große Siege setzen „das wollen“ voraus. Talent ist nur eine Voraussetzung, verlangt Wissen, Bewusstsein und Leidenschaft wenn daraus Erfolg werden soll. Dies gilt für Trainer und Athleten. Nicht alle Trainer die Talente erfolgreich ins Weltniveau führen wollen sammeln schon früh Wissen und Erfahrungen, nicht nur in der Trainingsmethodik, auch in der Sportpsychologie, der Sportmedizin, der Ernährung und „der Motivationslehre“. Außergewöhnliche Leistungen erfordern aber außergewöhnliche „Trainer- bzw. Sportler-Persönlichkeiten“ die mit zunehmender Leistungsfähigkeit gemeinsam für ihren Erfolg arbeiten. Sehr hilfreich ist wenn Trainer bereit sind – am besten ein Leben lang – von den Weltbesten zu lernen.

Übungsleiter können selbstverständlich nicht alles Wissen

Nicht selten bringen die sportliche  Mama- oder der Papa den Sohn oder die Tochter  zum Sport und bringen ihnen die Liebe zum Laufen und zum trainieren bei. Eines Tages übernehmen sie die anderen Interessierten auch und schon sind sie Übungsleiter im Verein.  Da ist natürlich nicht zu erwarten das sie das mitbringen was einem A-Trainer, Diplom-Trainer oder Diplom-Sportlehrer in einer mehrjährigen Ausbildung vermittelt wird oder gar as sie über jahrelange Praxis - Erfahrungen mit Trainingsgruppen unterschiedlichen Alters verfügen. Oft glauben sie dass ihre eigene frühere sportliche Betätigung ausreicht, um seinem Filius zur Deutschen Meisterschaft oder mehr führen zu können. Und dazu noch „streng geheim“. Die Praxis aber zeigt, dass nur Wissen vor Fehlern schützt und Fortbildung sehr dringlich ist. Deshalb sollen sie animiert werden sich mit den  Schwerpunkten des Kinder- und Jugendtrainings und dem Umgang mit Talenten immer wieder intensiv zu beschäftigen wenn sie der Verantwortung gerecht werden wollen, in die sie sich den Kindern gegenüber begeben haben. Auch weil der Talentbegriff  zu oft missbraucht wird

Nicht alle, die in jungen Jahren ihren gleichaltrigen weglaufen sind Talente.

In der Ausbildung von Läufern muss zuerst (ohne damit je aufzuhören!) eine möglichst optimale harmonische Ganzkörperausbildung von „Körper und Geist“ verfolgt werden. Harmonisch bedeutet optimal im Verhältnis zu den aktuellen Körperproportionen, berücksichtigt das steigende Längenwachstum und hat von Anfang an die schlanke Läufermuskulatur zum Ziel. Bedenken dabei sie das die „Spielleichttathletik“ die DLV-Nachwuchsarbeit im letzten Jahrzehnt nicht vorangebracht hat und Kinder zur Leichtathletik kommen weil sie besser werden wollen, nach dem Prinzip „schneller – höher – weiter“, und das ist doch mit Weiten, Höhen und Zeiten verbunden. Informieren Sie sich über die Muskel – Streck - und Beugeschlingen des Läufers und verfolgen Sie in einer möglichst hohen Komplexität Muskeln, Sehnen, Gelenkfunktionen, Knochen, d.h. das gesamte Bewegungssystem harmonisch zu optimieren. Füße  und Beine  „produzieren“ in erster Linie die Leistung des Läufers,  aber ohne Rumpfstabilität und eine gut ausgeprägte Becken-/Hüftmuskulatur ist eine effektive Lauftechnik über die Dauer eines Wettkampfes nicht aufrecht zu erhalten. Das schließt auch die Entwicklung der Gelenkbeweglichkeit, der Koordinationsfähigkeit und Gleichgewichtsfähigkeit ein.

Im Kindes- und frühen Jugendalter braucht man dazu keinen Kraftraum bzw. Kraftmaschinen. Vorrangig ist die Arbeit mit dem eigenen Körpergewicht, die Erarbeitung des Gefühls und der Fähigkeit zu Spannung und Entspannung, Stabilisationstraining bei Nutzung einfachster Sportgeräte, wie Latex-Bänder, Gymnastikbälle, Weichbodenmatten (dazu eignen sich gut alte Matratzen), Kreisel oder Medizinbälle in verschiedenen Größen. Wichtig ist, dass mehrmals in der Woche „etwas dran getan wird“! Vorbeugen ist besser als Trainingsausfall. Das geht auch zu Hause auf dem Teppich.

Stärken verstärken und Schwächen minimieren muss die Devise heißen. Soll heißen, dass das mit schnellkräftiger Muskulatur ausgestattete Talent vor allem diese Fähigkeit (seine Stärke) erhalten und ausbauen muss ohne auf die Entwicklung einer gewissen Basisausdauer zu verzichten. Schon in der Übungsleiterausbildung wird vermittelt das es Schnellkrafttypen, Ausdauertypen und den Mixed-Typ gibt. Das „Ausdauertalent“ (weniger gut weggekommen bei der Ausstattung mit schnellkräftiger Muskulatur, dies ist aber auch nicht nachzuholen) entwickelt vor allem diese seine Stärke weiter, ohne die Optimierung seiner Schnelligkeit/Geschwindigkeit zu vernachlässigen. Bestandteil soll deshalb für alle auch die parallele Ausbildung der Schnelligkeitsausdauer sein. In keiner Phase der Ausbildung sollten Extreme in irgendeiner Richtung zugelassen werden.

Nachwuchstrainer sammeln Wissen und Erfahrungen

In der Führung des Prozesses ist der Trainer schon früh Vorbild und zugleich „Erzieher der Gesamtpersönlichkeit des jungen Talents“. Vom Sportler wird erhofft oder sogar erwartet, das ihn sein Trainer auf den Erfolg, vielleicht sogar in einem langfristig ausgewählten Meisterschaftsrennen, systematisch vorbereitet.

Eine solche Verantwortung verlangt den vollen Einsatz des Trainers, schließt  die Trainingsplanung und -auswertung, Trainingslager, vielfältige Wettkampfreisen, die Wettkampfgestaltung, die Technik- und Taktikausbildung und die Organisation des Trainingsprozesses ein. Eine leistungsorientierte Trainingsgruppe braucht zur Sicherung möglichst vieler anspruchsvoller Belastungen und deren Verarbeitung eine möglichst tägliche individuelle Betreuung und auch Hilfen außerhalb des Trainings. Erfahrung ist, dass das Training oft beträchtlich an Wert (Qualität) verliert, wenn der Trainer nicht anwesend ist.

Spitzenleistungen erfordern neben einer umfassenden Trainingsbetreuung, Wissen und Erfahrungen des Trainers, die Fähigkeit sozusagen als „Lehrausbilder“ das junge Talent möglichst ohne „Umwege und Irrtümer“ auf das Hochleistungstraining langfristig vorzubereiten. So steht es in jedem Rahmentrainingsplan des DLV für den Nachwuchs. Ohne ständige Fortbildung, ein zielgerichtetes sammeln dieses Wissens und die Zusammenarbeit mit einem Team (Arzt, Physiotherapeut, Ernährungsberater, Mentaltrainer etc.) wird die Gesamtaufgabe nicht zur Zufriedenheit aller gelöst werden können. Dabei  ist der Trainer immer Leiter des Gesamtprozesses, immer auch in Abstimmung mit dem jungen Athleten, der über diesen Weg zur Selbstständigkeit systematisch geführt werden sollte. Trotzdem muss verhindert werden das überehrgeizige Athleten aus der vereinbarten Generallinie auszubrechen versuchen. Jede Sackgasse, jede Baustelle behindern den geradlinigen Weg nach oben.

Der Trainerberuf ist mit Erfolgen und Misserfolgen ständig verbunden, auch weil ein Mensch nicht fehlerfrei sein kann. Über den Erfolg entscheiden in erster Linie die Qualität seiner Arbeit sowie das Talent und die mentale Stärke seiner Sportler. Wer ein Leben lang erfolgreicher Trainer im Hochleistungsbereich bleiben will sollte nach dem Prinzip handeln "wenn Du einen guten Sportler gefunden hast, gehe sofort los und suche nach einem besseren". Die Halbwertzeit auch erfolgreicher Sportler, dies zeigt die Erfahrung, ist unter diesem Aspekt nicht sehr lang. Ein Trainerleben entspricht immer mehreren Sportlerleben.

Trainer lernen von den Weltbesten – ein Leben lang

Je besser Trainer über die neuesten wissenschaftlichen Grundlagen der Leistungsfähigkeit und der notwendigen Belastungen als Voraussetzungen für Anpassungen Bescheid wissen, umso sicherer ist die Wiederholbarkeit von Erfolgen mit Talenten. Eine besondere Bedeutung kommt dabei in den Mittel- und Langstreckendisziplinen der Nutzung der Leistungsdiagnostik und der Interpretation leistungsdiagnostischer Daten und Laktatwerten zur Trainingssteuerung zu. Auch den immer neuen „Blick über den Zaun“ sollten sie nicht aus ihrem Aufgabenbereich streichen. Lernen sie ständig von ihren Gegnern, am besten von den Weltbesten. Versuchen sie Ableitungen für das aktuelle Niveau ihres Athleten zu treffen oder es in der einen oder anderen Beziehung sogar besser als sie zu machen, aber prüfen sie auch genau, ob das Gesehene für ihren Athleten und in ihr Konzept passt. Reserven sind auch aus der Trainingsdatendokumentation und der daraus zu verallgemeinerten Analyse von Umfang, Geschwindigkeit und Pausen zu erschließen.

Kein Trainer wird als Führungsperson überzeugen und längerfristig Erfolg haben, wenn er nicht bereit ist, auch sich selbst immer wieder anzutreiben und sich fortzubilden“ (B. Peters 2008)

Außergewöhnliche Leistungen erfordern außergewöhnliche Persönlichkeiten, Trainer, aber auch Athleten

Auf dem Weg zum Erfolg sind Charakter, Motivation und Mentalität der Athleten genauso wichtig wie der kompetente, motivierende Trainer. Es hilft sehr wenn er immer zur Verfügung steht und den positiven Ausweg weiß! Außergewöhnliche Leistungen erfordern nicht nur außergewöhnliche Talente sondern auch außergewöhnliche Trainer-Persönlichkeiten die ihr „Handwerk beherrschen und das jungen Talent systematisch in die Spitze führen können“.

Ein Trainingsplan, der vom Sportler nur „abgearbeitet“ wird, reicht nicht. Es sind „Siegertypen“ gefragt, die zu harter Arbeit über einen langen Zeitraum bereit sind, die aufgabenorientiert, konzentriert, oft selbständig ihre Belastungsgrenzen ausschöpfen, die hartnäckig bemüht sind jede wichtige Trainingseinheit – auch wenn es mal wehtut – optimal zu realisieren. Sie wollen nichts geschenkt kriegen, im Gegenteil, sie wollen den Erfolg und kämpfen auch in Wettkämpfen noch um die neue persönliche Bestleistung wenn einmal „das Laktat bereits in den Oberschenkeln aus der Haut tritt“.

Erfolgreiche Leistungssportler unterscheiden sich in ihrem Verhalten von den weniger erfolgreichen; sie sind nicht nur besser belastbar, wissen das zu mehr Anpassung auch mehr Trainingsbelastung, aber auch eine zielgerichtete Regenration und Ernährung gehören und sind vor allem mental stärker, wenn es in wichtigen Wettkämpfen um die Umsetzung der geleisteten „Arbeit“ gegen in etwa Gleichwertige um Siege geht. Sie haben verstanden, dass es immer um ihre eigene Leistung und nie um die anderer geht. Dafür organisieren sie sich.

Top-Trainer arbeiten mit Top-Athleten im TEAM gemeinsam für den Erfolg

Im Hochleistungstraining sollen Trainer Experten mit Spezialwissen für ihren Disziplinbereich sein, die mit ihrem Athleten gemeinsam die Erfahrungen und das Wissen anderer qualifizierter Personen zur Optimierung des Gesamtprozesses der Leistungsentwicklung nutzen. Solche speziellen Fähigkeiten bzw. Spezialwissen haben Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Biomechaniker, Leistungsdiagnostiker, Ostheopathen, Ernährungsexperten und Manager. Der Athlet ist zu befähigen Verantwortung zu übernehmen und einen Teil der Aufgaben selbständig zu lösen.

Eine komplexe, erfolgreiche Beziehung zwischen einem begabten Talent und seinem Trainer setzt ein großes gegenseitiges Vertrauen, Respekt, eine Partnerschaft, Verlässlichkeit, aber auch zunehmende Selbstständigkeit des Athleten voraus. Ehrgeiz und Motivation beider sind Voraussetzung um die gemeinsam angestrebte Perfektion zu erreichen.

Leidenschaft ist die Grundlage aller Erfolge
Motivation, Glauben, Hoffnung, Selbstvertrauen

Neben der Kondition, Laufökonomie, der Lauf-Technik und der Taktik ist bekanntlich der Psyche ein wesentlicher Anteil an einer Wettkampfleistung zuzuschreiben. Unter diesem Gesichtspunkt muss eine Ausprägung von psychischen Wettkampfeigenschaften innerhalb eines längerfristigen Prozesses zielgerichtet, systematisch und durch vielfaches üben mit prognoseorientierten Qualitäten erfolgen. Aus den Disziplinanforderungen im Wettkampf müssen sich auch die spezifischen Einstellungen und die Anforderungen für das Training ableiten, die nur mit Leidenschaft für das Ziel zum gewünschten Erfolg führen. Kurz: auch der Kopf muss auf seine Aufgaben vorbereitet werden. Sie sollten nie davon ausgehen das eine unterstützende Begleitung durch einen Sportpsychologen zu früh oder gar nicht erforderlich ist.

Zu erarbeitende Anforderungsstruktur für den Lauf :

  • die Konzentrationsfähigkeit
  • ein möglichst hohes Anspruchsniveau
  • das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit (Selbstvertrauen)
  • eine hohe kämpferische Trainings- und Wettkampfeinstellung
  • Durchhaltefähigkeit (vor allem im letzten Drittel der TE)
  • Mobilisationsfähigkeit in Endphasen
  • Härte bei grenzwertigen Geschwindigkeiten (Einstellung)
  • Konsequente Vorbereitung auf Training und Wettkämpfe
  • risikobereite, offensive Laufgestaltung
  • Konzentration auf eine optimale Technik nicht nur bei schnellen, sondern auch bei grenzwertigen langandauernden Geschwindigkeiten in Wettkämpfen

Die Vielfalt der Aufgaben lässt es nicht zu, sie nur in den relativ kurzen Zeiträumen der wettkampfspezifischen Vorbereitung lösen zu wollen. Vielmehr sollten langfristig – vorbereitend Härte, Steigerungsfähigkeit und Durchhaltefähigkeit in immer neuen Bewährungssituationen in Verbindung mit hohen Ansprüchen z.B. in der Dauer der Anforderungen erlernt werden. Anspruchsvolle Formen des Tempowechseltrainings, Überdistanzen oder Aufbau – Wettkämpfe, bei Qualitäts-Dauerläufen, aber auch Cirkel-Training oder Berganläufen sind geeignete Mittel für Läufer und Geher diese Fähigkeiten auszubilden.

Besessenheit, Wille und Leidenschaft sind Voraussetzungen, wenn man eines Tages zu den Großen des Sports gehören will

Die Qualität der individuellen Anforderungsbewältigung entscheidet über den Grad der Ausprägung nicht nur der physischen sondern vor allem auch der psychischen Voraussetzungen für echte Leistungsfortschritte. Die Motivationskünste des Trainers erschließen die Reserven „für mehr“.

Im Training sollten nur solche Aufgaben zur Ausprägung der psychischen Wettkampfeigenschaften gestellt werden, die auf Grund der vorhandenen physischen Voraussetzungen, dem Sportler glauben lassen dass er sie auch bewältigen wird.

Deshalb ist wichtig, dass quantitative Trainingsanforderungen immer mit qualitativen Parametern verbunden werden. Dies ist auch für eine Bewertung des absolvierten Trainings durch den Trainer wichtig, weil nur dadurch den Sportler die umfassende Erfüllung der Trainingsaufgaben bewusst gemacht werden kann.

Lerne aus Fehlern, übe besser und der Fortschritt kommt.
Der Sportler lernt durch Erfahrungen vor allem im wettkampfnahen Training und in Wettkämpfen immer besser, stabil, sicher und zuverlässig zu handeln.

Ich habe Sport gemacht um erfolgreich zu sein
Zur Philosophie der Magdalena Neuner

„Ich habe Sport gemacht um erfolgreich zu sein. Ich bin sehr ehrgeizig und perfektionistisch. Es ist aber nicht so dass mir alles zugeflogen ist. Je entspannter es aussieht umso mehr Arbeit steckt dahinter, auch das Mentaltraining im stillen Kämmerlein gehört dazu. Ohne mentales Training geht es nicht. Ich nutze es nach Bedarf und Zeit, manchmal brauchte es beim Mentaltrainer 7 Stunden, ich habe aber mir auch viel selbst erarbeitet, Gefühle und Gedanken analysiert und aufgelöst. Ich fand auch das oft sehr anstrengend.“ (S.Klemm im Kölner Stadtanzeiger v. 25.2.2012)

Erfahrung ist, dass Trainingsinhalte bzw. die Härte der Belastungen zu verändern immer zuerst ehrliche Analysen, Bekenntnisse zu eigenen Stärken und Schwächen, die Auflistung der neuen Strategie und die Erschließung von Trainingszeitreserven erfordern. Am Ende entscheidet das Wollen über Sieg oder Niederlage.

Fotos: n., n., Hartmann, Schneider