Trainingspraxis Laufen 2


Trainingspraxis Laufen



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Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

Zur strategischen Reserve des DLV im Mittel- und Langstreckenlauf

3 U18 - Läuferinnen bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing/China (Teil 3)

5. September 2014 (Lothar Pöhlitz)  - Innerhalb der 83-köpfigen DOSB - Mannschaft  für die zweiten Olympischen Jugendspiele in Nanjing / China versuchten auch die 13 nominierten Leichtathleten und 2 Bundestrainer – dabei 3 „Läuferinnen“  - vor allem Erfahrung zu sammeln. Allein, dass sie sich in drei Schritten ins U18er DLV-Team kämpfen mussten, kann man als wichtigen Teil der Lehre ansehen, um vielleicht eines Tages bei den Olympischen Spielen „der Großen“ zu bestehen: 1. die Norm für die Ausscheidungswettkämpfe in Baku, 2. die Final-Qualifikation und  3. auch noch einen der raren Quotenplätze zu ergattern, um schließlich mit den weißen Trainingsanzug, „schöngemacht“ mit den fünf Ringen, erstmals Deutschland „gegen die Jugend der Welt“ vertreten zu dürfen. In diesem Alter müssen sie keine Medaillen gewinnen oder Weltrekorde aufstellen, die Ausgangsposition und Erfahrungen für mehr sind entscheidend,  am besten wäre, wenn sie neue Motivation für das notwendige Training in den nächsten Jahren mitbringen, damit sie ihr T a l e n t von Jahr zu Jahr immer besser in die Lage versetzt, gegen die Besten bei vergleichbaren Anlässen zu bestehen.

Dass sich keine männlichen Läufer für diese Jugendspiele 2014 in China qualifizieren konnten, rundet das Bild „Lauf-Nachwuchsbasis im DLV“ ab. Da kann man doch nur davon ausgehen, dass „a l l e“ die internationale Entwicklung im Nachwuchsleistungssport „übersehen“ haben und mit den organisatorischen und trainingsmethodischen Konzepten die bereits im RTP–Lauf/Nachwuchs von 1992 formulierten Ziele „Vorbereitung von Talenten auf das Hochleistungstraining“ gar nicht umgesetzt wurden.

Es scheint, dass im Gegensatz zur Situation bei den Jungen die 3 Mädels zu den „Goldkörnchen“ zu zählen sind, die man braucht, um eines Tages gegen die Besten um Siege und das Podium zu kämpfen. Dazu brauchen sie  erfahrungsgemäß Zeit und ein leistungsorientiertes Umfeld. Und sie brauchen einen Trainer der sich mit ihnen zum „Goldschmied“ qualifiziert. Auch dafür sollte sich der DLV engagieren.  Ob die Ausbildungs-Verantwortung der Olympischen Leichtathletik für das, den Hochleistungssport begleitende Personal, und die Bedingungen der Zukunft, die dann vielleicht irgendwann nach den Olympischen Spielen 2016 zu einer blühenden deutschen Leichtathletik-Landschaft führen könnten, bereits im Gange ist, ist schwer zu beurteilen.

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, dem letzten Formtest vor Nanjing, zeigten die drei Mädchen nicht nur mit Siegen, dass sie unsere Besten in diesem Altersbereich sind und sich gut vorbereitet der „Jugend der Welt“ stellen können. Trotzdem sollte man – wie leichtathletik.de – Alina Reh nach ihren tollen 9:05,15 nicht zum „Laufwunder“ hochjubeln. Ein Talent auf einem guten Weg, der aber noch weit ist und nicht einfach wird. In Nanjing repräsentierten alle drei den DLV mit einem vorbildlichen Auftreten jeweils im Bereich ihrer persönlichen Bestleistungen „gegen die Welt in ihrer Altersklasse“ mit 2 Medaillen und einmal Platz vier. Alina Reh mit persönlicher und deutscher Bestleistung über 3000 m gewann Silber, Mareen Kalis über 800 m Bronze und Konstanze Klosterhalfen über 1500 m gelang nah an Bronze ein vierter Platz.

Sehr gelungen: Ein Bundestrainer lobt seinen Heimtrainer

U18-Bundestrainer Jörg Peter war von der mutigen Leistung begeistert: "Alina hat das einzig Richtige gemacht und ihre Chance in der Flucht nach vorne gesucht, sonst wäre sie vielleicht  überspurtet worden. Das war taktisch genau richtig und vorher mit ihrem Heimtrainer so besprochen, dessen Arbeit ich hier ausdrücklich loben möchte."(leichtathletik.de)

Nun ist für mehrere Jahre die Annäherung ans Weltniveau der Maßstab

Das Auftreten beim jeweils wichtigsten internationalen Wettkampf des Jahres widerspiegelt die geleistete Arbeit aller, nicht nur die bei der EM in Zürich, auch die des Nachwuchses. Trotz kleiner Läufer-Fortschritte retteten die Werfer beispiels-weise in Zürich erneut das Ansehen des DLV. Die Läufer Frankreichs, Englands, Italiens oder die 800 m Männer und Frauen Polens haben bewiesen, dass auch Europäer an der Spitze konkurrenzfähig sein und schnell laufen können! In der Nachwuchsarbeit liegt der Schlüssel für die Zeit nach Rio.

Ab sofort, nach der EM, U20 WM und den Olympischen Jugendspielen ist nun über mehrere Jahre das „Weltniveau in allen Altersklassen“ der Maßstab. Dafür hat sich der DLV in seinem Strukturplan entschieden. Voraussetzung dazu wäre auch die den Fortschritt unterstützende hilfreiche Kommunikation untereinander, ein „Teamwork“ – am besten in funktionsfähigen Bundesleistungszentren - zwischen den Trainern im Mittel- und Langstreckenlauf und zwischen den Läufern, möglichst oft in gemeinsamen Trainingsaktivitäten aller Kaderathleten und in optimal organisierten „Pflicht“-Wettkämpfen gegeneinander. Es wurde ja – nicht nur unter vorgehaltener Hand – öffentlich, dass die Athleten dies wollen.

Dass bei der EM in Zürich über 800m/ 500m bei Männern und Frauen 6 Plätze und in den 4 Langstrecken 13 Plätze gegen nur Europas Beste nicht besetzt werden konnten, widerspiegelt eindrucksvoll nicht nur das Arbeitsergebnis „Nachwuchsleistungssport“ des letzten Jahrzehnts, sondern auch welche Arbeit zukünftig von allen Bundestrainern zu erledigen ist. Es ist zu früh über bisherige Fortschritte zu jubeln und die bevorstehende umfangreiche Arbeit zu übersehen. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass eine Medaille von heute nie Garant für den Erfolg auch von morgen ist. Da kann ein Bundestrainer schon einmal von den gerade erfolgreichen Kollegen zeitweilig mit „durchgeschleppt“ werden.

Foto: Gantenberg