2. Auflage


Neuerscheinung – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


Sponsoren



Kids for Olympia

Eliteschulen des Sports müssen auf das Hochleistungstraining vorbereiten

Talente zielgerichtet auswählen – Ausbildungskonzept Sport fortschreiben


10. März 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Die Schüler könnten nach einer mehrtägigen sportlichen Aufnahmeprüfung (in den Osterferien?) und einer sportmedizinischen Eignungsuntersuchung in der Regel für die 7.Klasse ausgewählt (spätere Ausnahmen sind bei außergewöhnlichen sportlichen Leistungen zu sichern) werden, wenn die bisherigen Zeugnisse dem Anspruch der Schule an eine gymnasiale Bildung genügen. Leistungsbereitschaft, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Bereitschaft zur Disziplin und Trainingsbereitschaft sind wichtige Kriterien für die Auswahl. Erfahrung ist, dass mindestens gute schulische Leistungen für eine sportliche Perspektive in Einzeldisziplinen außerordentlich hilfreich sind. Ohne Kreativität und Intelligenz ist es im modernen Hochleistungssport schwer, die höchsten Stufen zu erklimmen.

Es muss auch eine besondere Bereitschaft eingefordert werden die Bedingungen einer Internatsschule zu akzeptieren und zu leben.

Ziel ist, am Ende des 2. Ausbildungsjahres einen sportlichen Leistungsstandard zu erreichen, der dem Niveau der besten Sportler in der jeweiligen Sportart / Disziplin in der entsprechenden Altersklasse Deutschlands entspricht.

Die hohe sportliche und schulische Belastung einer Spezialschule und der dadurch bedingte zeitliche Aufwand erfordern von Schülern, Sportlehrern und Lehrern, aber auch von den Eltern einen überdurchschnittlichen Einsatz. Um eine hohe Qualität des Unterrichts zu erreichen, deren Ziel es sein muss möglichst ohne zusätzliche Hausaufgaben auszukommen bzw. wenn erforderlich sie im Rahmen der Ablaufplanung der Ganztagsschule realisieren zu können (Hausaufgabenhilfen) sind möglichst kleine Klassenkapazitäten zu sichern. Die Unterrichtszeiten werden, wenn erforderlich (Vorbereitung auf Wettkampfhöhepunkte bzw. in Wettkampfphasen) den sportlichen Bedürfnissen angepasst, Unterricht auch zeitweise reduziert, an anderer Stelle aber nachgeholt.
Dies gilt sowohl für den erforderlichen Förderunterricht, einen zeitweiligen Nachmittags- bzw. auch Samstagsunterricht, Computer-Lernprogramme, Hilfen bei eingetretenen „Rückständen“ auf Grund von Trainingslagern oder Wettkämpfen, als auch einer notwendigen Bereitschaft, wenn nötig auch einmal das Training zeitweilig einzuschränken. Ziel muss immer bleiben sowohl die schulischen, als auch die sportliche Aufgaben möglichst hochwertig zu lösen.


TSG 1899 - Hoffenheim plant Eliteschule für Fußball

BILD vom 4.1.2009 berichtete, dass Bernhard Peters und Ralf Rangnick eine vereinseigene Schule für junge außergewöhnliche Fußball-Talente auch aus anderen Teilen Deutschlands oder der Welt planen, in der sich der Stundenplan nach dem Training orientiert und nicht umgekehrt. Das Konzept: lernen und trainieren direkt beim Trainingszentrum in kleinen Klassenkapazitäten.

Sportlehrer stellen sich den besonderen Herausforderungen

Sportlehrer an einer Eliteschule des Sports identifizieren sich mit den sportlichen Zielen, führen die Scouts ihrer Schule, bemühen sich um eine hohe Qualität des Sportunterrichts und arbeiten als Spezial-Trainer auch im Nachmittagstraining. Modernes Training das talentierte Sportler auf die Auseinandersetzung mit der Welt-Elite vorbereiten soll verlangt eine ständige Weiterentwicklung von Inhalten und Methoden (Qualifizierung). Dabei kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Sportlehrer für eine solche Aufgabe auch ausreichend ausgebildet sind.

Zu ihren Aufgaben sollte auch gehören das Miteinander von Schule und sportlicher Ausbildung zu prägen, bei der „Pflege der Sponsoren“ mitzuhelfen und für eine fachlich-sachliche Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der langfristig angelegten Ziele, aber auch zum Schutz der jungen Talente, Sorge zu tragen.

Eine Partnerschaft möglichst mit einem sportmedizinischen Institut bzw. Orthopäden, Internisten, Psychologen sichert die gesundheitliche aber auch mentale Betreuung. Einmal pro Woche wird eine ärztliche Sprechstunde in der Schule angeboten.

2-3 x wöchentlich sollten die jungen Sportler Zugang zu einem Physiotherapeuten haben

Mit einer Eliteschule des Sports ist ein Talentsichtungs- und Auswahlsystem (Scouts) zu verbinden, dass eine systematische ortsübergreifende Erkennung von Hochbegabten, aber zugleich auch eine qualitativ hochwertige Nutzung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten (Ausbildungsplätze + Internatsplätze) ermöglicht.

Bedingungen für eine Erhöhung der Leistungsqualität der Eliteschulen sind:

Die Qualität einer Eliteschule des Sports ist abhängig von der Stellung der sportlichen Ausbildung im Gesamtkonzept der Schule und auch daran festzumachen, in wie weit die Bedingungen der möglichen Zielerreichung entsprechen. Dafür sind sicher zwischen DOSB, den Landesregierungen, den Landessportbünden, den Verbänden und OSP besondere Vereinbarungen erforderlich. Die Verantwortung für die Fortentwicklung der Eliteschulen des Sports könnten vor Ort im Auftrag des DOSB die Olympiastützpunkte übernehmen.

Eliteschulen des Sports müssen ihrem Namen gerecht werden. Elite ist Herausforderung, mehr Leistungsbereitschaft, Identifikation, emotionale Begeisterung, mentale Stärke, Initiativen, Fleiß, Disziplin und der Wille überdurchschnittliche sportliche Leistungen erzielen zu wollen. Mittelmaß ist für Begabte zu wenig. Wer eine Eliteschule wählt steigt in den Wettbewerb um die beste sportliche Leistung ein. Dabei wird es Sieger, aber auch Verlierer geben. Wer das nicht will, muss ja nicht mitmachen. Nicht Herkunft und Geldbeutel der Eltern bestimmen die Perspektive von sportlich Begabten, sondern Anlagen, Willen und Bereitschaft sie für sportliche Spitzenleistungen zu nutzen.

Voraussetzungen zur Vorbereitung junger Talente auf das Hochleistungsalter:

  • Leistungsstarke Trainingsgruppen, Schul – Scout - System
  • Talentauswahl für Leichtathletik in die 7.Klasse (Auswahlkriterien)
  • Hochwertige Trainingsstätten
  • Qualifizierte Sportlehrer bzw. Trainer (A- / Diplom-Sportlehrer, -Trainer)
  • Eine angemessene wissenschaftliche und sportmedizinische Begleitung
  • Ganztagsschule mit Sportinternat und Tagesbetreuung (Vollverpflegung)
  • Tägliche Doppelsportstunde
  • Freistellung für Trainings- u. Wettkämpfmaßnahmen
  • Möglichkeit der Ausbildungsstreckung (13 Klassen)
  • Firmen – Patenschaften* (Leistungssportfreundliche Unternehmer)

* Gehen Firmen Partnerschaften mit Eliteschulen des Sports ein oder schließen individuelle Verträge mit leistungsorientierten Athleten ab lehrt die Erfahrung, dass solche Sportler besser auf die Herausforderungen des Lebens nach ihrer sportlichen Karriere vorbereitet sind als viele andere und in der Regel als hochmotivierte, belastbare, ehrgeizige Persönlichkeiten in ihre Firma integriert, viele Jahre zum Wohle der Firma tätig sein werden Aber auch diejenigen, die EM, WM oder OS nicht sehen, nehmen mit Sicherheit solche hilfreichen Tugenden wie Disziplin, Teamfähigkeit und Belastbarkeit ins Leben mit.

Eine Verbesserung der Arbeit an den Eliteschulen des Sports setzt voraus nun die Quantität und Qualität des Sportunterrichts / Trainings, die Qualität der Sportlehrer / Trainer für Leistungssport und eine zielgerichtete Talent- / Eliteauswahl (Scout-System) in den Mittelpunkt einer Entwicklungsoffensive zu stellen. Dafür sind schrittweise die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen. Für die Talentfindung sollte den Landesverbänden der Sportarten eine besondere Verantwortung zugewiesen werden.

Und wer trägt die Verantwortung nachdem das Abitur geschafft ist?

Im Zusammenhang mit den Eliteschulen des Sports findet man wenig darüber, wer die Verantwortung für diejenigen trägt, die mit dem Abitur den Leistungsanschluss nach oben geschafft haben. Der nun folgende Übergang von der Schule und den damit bisher verbundenen guten leistungsorientierten Bedingungen ins Studium oder in den Beruf ist oft kompliziert und nicht selten mit einem „Leistungsbruch im Training“ verbunden. Eine unorganisierte Infrastruktur, organisatorische Probleme und Trainingsbedingungen die zeitlich die zuvor absolvierte Belastung nicht mehr möglich machen, sind unweigerlich mit Leistungsrückgang verbunden und für die hoffnungsvollen Begabten nicht selten das Aus ihrer noch jungen Karriere. Die bisherigen Investitionen laufen ins Leere. Obwohl alle wissen dass Belastungsrückgang Leistungsrückgang bedeutet ist die Organisation weiter steigender Wettkampfleistungen durch eigentlich „mehr bzw. auch besseres Training im Übergang zum Hochleistungsalter“ bisher nicht ausreichend geregelt. Dazu reicht nicht die Aufnahme in einen Kader oder die Minimalförderung durch die Sporthilfe, weil zur Sicherung eines kontinuierlichen Fortschritts nun 12 Trainingseinheiten und täglich 1 Stunde Physiotherapie Voraussetzung sind. Die Kraft der Vereine eine solche Aufgabe zu stemmen reicht in der Regel nicht aus, sodass nur in einer konzertierten Verantwortung zwischen DOSB, DLV und OSP eine weitere Optimalförderung frühzeitig organisiert werden müsste.

Im 2 – Jahres – Rhythmus findet eine „Konferenz der Eliteschulen des Sports“ statt, aller 4 Jahre das vergebene Prädikat „Eliteschule des Sports“ – entsprechend dem Rhythmus Olympischer Spiele - an- bzw. aberkannt. Dies wären günstige Möglichkeiten die Fortschritte in der Erfüllung der Qualitätskriterien und auch die Vorgabe neuer Maßstäbe in der sportlichen Ausbildung auf die Tagesordnung zu setzen.

Derzeitige Standorte von Eliteschulen des Sports:

Foto: Talentlauf (Brüssel-Foto)