2. Auflage


Neuerscheinung – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

Eliteschulen des Sports müssen auf das Hochleistungstraining vorbereiten

Eine neue Qualitätsstufe in der sportfachlichen Ausbildung dringend
Olympische Spiele der Jugend kommen



07. März 2009 (© Lothar Pöhlitz) - Im Internet unter www.dosb.de positioniert sich der DOSB zu den Eliteschulen des deutschen Sports so: „Eine Eliteschule des Sports ist eine Fördereinrichtung, die im kooperativem Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleistet, damit talentierte Nachwuchsathleten sich auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können. Das Profil soll dem Charakter einer Spezialschule für sportlich Hochbegabte entsprechen. Vorrangiges Ziel dieser Einrichtungen ist es, die leistungssportliche Karriere und die schulische Ausbildung in idealer Weise aufeinander abzustimmen.“
Der Beschluß des IOC zukünftig Olympische Spiele der Jugend durchzuführen sollte vom deutschen Sport nicht übersehen werden. Um dort konkurrenzfähig zu sein müsste man doch irgendwie Konsequenzen spüren! Die Eliteschulen des Sports könnten zukünftig vielleicht als Leistungszentren der Bundesländer zentrale Aufgaben der Vorbereitung übernehmen.

„Die Qualität einer Eliteschule des Sports macht sich daran fest, inwieweit die gewährleisteten Bedingungen den Erfordernissen für die Zielerreichung entsprechen. Qualitätskriterien und Qualitätsentwicklungen bilden den Maßstab für die Beurteilung der Eliteschulen“ (www. dosb.de)

Die derzeit benannten Eliteschulen (s.u.) sind nicht mit den sportbetonten Schulen, den Sportgymnasien oder Schulen mit sportlichem Schwerpunkt gleichzusetzen, sondern sind als „ein entscheidendes Element des Nachwuchsleistungssports in unserem Land“ (FELDHOFF 2002 – Vizepräsident im DSB) Schulen des Leistungssports, die ausgewählte Talente, Hochbegabte unter Topbedingen ausgewählter Einrichtungen auf das Hochleistungstraining vorbereiten sollen. Dies erfordert die Formulierung und Durchsetzung eindeutiger, für alle geltender Kriterien für diese Schulen und deren ständige Fortentwicklung. Es ist vor allem auch zu definieren wie „Bedingungen aussehen müssen, die den Erfordernissen für die Zielerreichung“ entsprechen. Unter diesem Anspruch muß man feststellen, dass es gegenwärtig in der Leistungsgemeinschaft Schule – Sport Defizite in der sportlichen Ausbildung gibt. Qualitätskriterien für Arbeitsergebnisse von Eliteschulen sollten zukünftig sein, wie viele Sportler z.B. in der Leichtathletik zum Ende der Ausbildung (Abitur) mindestens für das Anschlusstraining (B-Kader) nominiert werden.

Eliteschulen des Sports bilden talentierte Sportler auf die Auseinandersetzung mit der Elite möglichst komplett vor !

Sportlich Begabte sind nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig

Wer sich mit den Eliteschulen des Sports beschäftigt, kann nicht den Elitebegriff meinen, der mit Elite-Akademien wie z.B. der Europaen Business School (EBS) verbunden wird, die Begabte, Begüterte, Reiche auf Führungspositionen in der Wirtschaft, in Investmentbanken, bei McKinsey oder auf die großen Fußstapfen ihrer reichen Väter vorbereiten, wie in Salem, in Vallendar oder Westerham. Es ist auch keineswegs mit den Elite - Universitäten Aachen, München, Berlin, Heidelberg u.a. auf eine Stufe zu stellen, die von der Bundesregierung beschlossen wurden und als Vorschuß Wertschätzung, Ruhm, Ehre und auch Millionen bekommen. Dem Sport hilft aus dieser Richtung, dass der Elitebegriff der solange out war wieder akzeptiert und gelebt wird und man zunehmend mehr dahinter ein Konzept, Ideen zum Wohle unseres Landes, unserer internationalen Konkurrenzfähigkeit sieht. Die Zuschauerzahlen und Begeisterung bei großen Events im Wintersport, im Fußball, im Handball, bei EM, WM oder OS zeigen, dass unsere Landsleute Stolz auf unsere Topsportler sind.
Wer eine Eliteschule des Sports besucht muss sich gedulden, kann zunächst erst einmal nur Anlagen, Talent, Willensqualitäten und Leistungsbereitschaft, den Traum von einer Zugehörigkeit zur Elite des Sports später einbringen. Umfangreiche mehrjährige Investitionen müssen durch Voraussetzungen und Bedingungen unterstützt werden, die geeignet sind das Talent zu entwickeln. Moderne Top-Sportstätten, eine moderne Geräteausstattung, ausreichend Zeit zum Training und Elite-Ausbilder die fähig und bereit sind eine moderne Trainingsmethodik mit hohen Ansprüchen zu vermitteln, damit daraus eines Tages einmal Elite für Deutschland wird.

Die sportliche Ausbildung muss ins Zentrum der Aufgaben

Vor allem eine weitere Qualitätsentwicklung in der Arbeit der Eliteschulen des Sports wie sie Dr. Thomas Bach – Präsident des DOSB schon 2006 bei einer Konferenz der Eliteschulen in Stuttgart forderte ist überfällig: „die weißen Flecken im Land müssen besonders in den alten Bundesländern verschwinden und die Marschrichtung muss eindeutig lauten „Qualität vor Quantität.“
Die Umsetzung solcher Forderungen sind zwingend, drängen auf eine Profilierung, eine neue Entwicklungsstufe in der inhaltlichen Ausgestaltung, und sollten sich nun vor allem auf die Qualität der sportlichen Ausbildung in den Schulen konzentrieren. Kein Mensch kommt auf die Idee, dass an einer Musikschule nur Theoriebildung erfolgt. An vielen Eliteschulen des Sports aber steht die sportliche Ausbildung bisher nicht im Zentrum der Aufgaben!

Um dabei die materiellen Möglichkeiten der einzelnen Bundesländer nicht zu überfordern könnte man sich zunächst in jedem Bundesland eine solche Beispielschule mit Vorbildcharakter vorstellen, die echten Leistungssportansprüchen genügen würde. Vielleicht gelingt es im Verbund DOSB – Landesregierung – Landessportbund – OSP - beteiligte Sportverbände – Verein - Sponsoren in einem ersten Schritt jeweils erst einmal eine derartige Vorbildeinrichtung zu schaffen und dies gleich mit einem Scouting - System zu verbinden, dass parallel die Aufnahmequalität dem Anspruch „Hochbegabt“ näher bringt. Von Eliteschulen der Wirtschaft ist bekannt, dass eine gute Öffentlichkeitsarbeit wesentlich das Aufnahmeniveau beeinflusst und die Bedingungen so sind, dass Jeder überregional seine zukünftige Ausbildungsstätte nach einer entsprechenden Aufnahmeprüfung selbst wählen kann. Dies ist im Sport bisher nicht Praxis.
Die Ausbildungsschwerpunkte, Talentauswahl sollten vom vorhandenen Ausbildungspersonal (Sportlehrer/ Trainer, auch des Vereins) bestimmt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist darüber nachzudenken, ob z.B. in der Leichtathletik Schwerpunktschulen für Disziplinbereiche effektiver für die Ausbildung sind, auch weil derzeit gar nicht so viele Hochbegabte im Angebot sind, die an jedem Ort Spezialisten erfordern würden. Solche Konzentrationen finden derzeit beispielsweise bereits in den Skigymnasien statt.

Qualitätssteigerung ohne die tägliche Doppelsportstunde am Vormittag undenkbar

Eliteschulen des Sports müssen Ganztags - Spezialschulen für sportlich Hochbegabte sein, in denen Talentsuche – Lernen – Trainieren – Wohnen mit Internats- und Tagesbetreuung – gymnasiale Bildung junger begabter und motivierter Sportler mit einer jährlich steigenden sportlichen Ausbildung / Belastung verbunden werden und auf die Anforderungen eines modernen Hochleistungstrainings in der jeweiligen Sportart vorbereitet werden.
Ziel ist den Befähigten, den Besten den Weg in die Weltspitze zu ebnen. Dies erfordert eine Einheit von Schule und sportlicher Ausbildung auf höchstem fachlichem Niveau. Eine solche sportliche Ausbildung Jugendlicher erfordert in einer Spezialschule für Sport mit dem Ziel einer umfassenden Vorbereitung auf das Hochleistungstraining in der Leichtathletik die tägliche Doppelsportstunde am Vormittag (Zeitfenster im Stundenplan zuerst sichern) Die Sicherung eines täglich zweimaligen Trainings ist ein dringendes Erfordernis, wenn die sportlichen Ziele, die dafür notwendigen Ausbildungsinhalte realisiert werden sollen. In dieser Zeit sind die vielfältigen Ausbildungsaufgaben eines definierten Grundlagen- und Aufbautrainings zu vermitteln, damit am Nachmittag die vor allem sportartspezifischen Aufgaben im angebundenen Verein durch einen Spezialtrainer immer besser gelöst werden können. Weltweit werden mit hochbegabten in diesem Altersbereich 10 – 12 Trainingseinheiten pro Woche absolviert und es gibt weltweit immer mehr Beispiele nach denen durch ein qualitativ hochwertiges Nachwuchstraining 19 - 21 jährige Läufer die Weltspitze erreichen.

Das Personal bestimmt die Qualität der Ausbildung auch an Eliteschulen
Eliteschüler brauchen Elite-Ausbilder

Eine hohe fachliche Kompetenz, von Lehrern, Sportlehrern die zugleich Trainer sein sollen und Erziehern in den Internaten soll auf der Grundlage einheitlichen pädagogischen Handelns und Verantwortungsbewusstseins die Asse von morgen prägen und entwickeln. Sie sollten bereit sein Verantwortung für unsere zukünftige Elite des Sports zu übernehmen, sie nach besten Kräften und hoher Effizienz bei dieser anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen und mit ihnen das auch, wenn erforderlich, ganztägig zu leben.

Durch ein durch Erzieher geführtes Internatsleben sollen die Jugendlichen lernen innerhalb der Gemeinschaft soziales Verhalten zu pflegen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, sich einzuordnen, Selbständigkeit, Disziplin und zugleich auch die Durchsetzungsfähigkeit zu üben, die für Erfolg im Sport, aber auch im Leben, so wichtig sind.

Um die Bildungsziele auf möglichst hohem Niveau zu erreichen und die sportliche Ausbildung der Schüler sehr zeitintensiv ist, ist eine einjährige Schulzeitverlängerung, kleine Klassenstärken und schulische Unterstützungsmaßnahmen besonders für Sportler notwendig, die bereits in internationale Wettkämpfe eingebunden sind. Dies setzt voraus, dass in den Eliteschulen des Sports die sportliche Ausbildung im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. In diesem Zusammenhang könnte man sich gut vorstellen, dass ein „stellvertretender Direktors für sportliche Ausbildung“ für die zukünftige Fortentwicklung sehr hilfreich wäre.
Nur eine Umwandlung aller Schulen in Ganztagsschulen und eine für alle verbindliche Schulzeitstreckung auf 13 Jahre ermöglichen die Erfüllung der mit der Aufgabenstellung verbundenen Ziele, einschließlich des im Mittelpunkt stehenden täglichen Sportunterrichts.

Die Fortschritte sind umso größer je mehr junge talentierte Sportler an einer Schule oder einem Leistungszentrum bei einem Team hervorragender Ausbilder gemeinsam trainieren dürfen. Insofern ist Training an einer Eliteschule keine Last, sondern eine Chance.