Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


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Kids for Olympia

Über das Nervensystem die Muskelaktivität mehr stimulieren

Propriozeptives Training mit Wackelbrett, Sitzkissen, Kreisel oder Trampolin
von Peter Ogiolda und Peter Salzer

09. April 2008 (© Ogiolda/Salzer) Beim Propriozeptivem Training (PT) werden vornehmlich Übungen auf instabilen Untergründen, wie dem Aero-Step, dem Sitzball, auf Luftkissen, Weichbodenmatten, Therapiekreisel, Wackelbretter, Flizzies, Stelzen, dem Trampolin o.ä. durchgeführt. Es wird einfach begonnen. Wenn sich das Nervensystem an bestimmte Übungen gewöhnt, angepasst hat, wird der Schwierigkeitsgrad erhöht, d.h. der Bewegungsablauf bzw. das Bewegungsmuster wird durch Veränderung gestört. Dies ist möglich durch die Reduzierung der Auflagefläche (eines Körperteils, des Körpers als ganzem oder eines Gerätes) sowie durch hinzufügen weiterer koordinativer Aufgaben, wie z.B. Balancieren und Jonglieren oder Balancieren auf einem Bein und Werfen eines Balles oder Hüpfen mit Störungen von außen.

Definition Propriozeption

PT ist ein Teilaspekt der Koordination, die auch als Tiefensensibilität bezeichnet wird. Der Gleichgewichtsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit kommt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Bedeutung zu. Propriozeptives Training zielt auf die Verbesserung der Tiefensensibilität, wobei die Wahrnehmung im Vordergrund steht. Die Propriozeption fördert jedoch auch die reflektorische Muskelaktivität (bei passiven und aktiven Bewegungen) sowie die Wiederherstellung und Stabilisierung von Gelenkstellungen. Über Rezeptoren (Signalaufnehmer) werden die zahlreichen Informationen, die sekündlich einwirken, aufgenommen. Über die Nerven (-fasern) werden diese Informationen zum Zentralen Nervensystem (ZNS) weitergeleitet und verarbeitet.

Die Propriozeptoren (u.a. das Gleichgewichtsorgan des Körpers) liefern Informationen über Muskellängen, Sehnendehnung, Gelenkstellungen sowie Lage, Bewegungungen und Positionen unseres Körpers ( z.B. im Verhältnis zum Körperschwerpunkt)
Neben den PT gibt es auch noch Exterozeptoren (Thermo- und Mechanorezeptoren) und Enterozeptoren (Schmerz-, Dehnungs-, Presso- und Chemorezeptoren)

Die Trainierbarkeit der Propriozeptoren

ist noch weitgehend unerforscht – nur die Funktionsweise und Anpassungen des Nervensystems sind bekannt:

  • eine verbesserte Vernetzung und Kontakte bestimmter Gehirnreale
  • eine verbesserte Leitfähigkeit der Nerven durch eine wachsende Myelinschicht
  • eine Erhöhung der Fläche des swynaptischen Kontaktes
  • die Arbeitsteilung der Synapsen, in den wenig benutzten Synapsen viel benutzte unterstützen

Methodische Trainingshinweise

  1. Das PT muss am Anfang einer Stunde stehen, solange das ZNS noch frisch und ausgeruht ist. Nur dann kann die Koordination verbessert und die Muskelstimulation optimal erfolgen.
  2. Neue Übungen und Bewegungsmuster müssen zunächst auf stabilen Untergrund erlernt werden, bevor auf labilem oder instabilen Untergrund trainiert wird.
  3. Der Reiz für die Verbesserung der Koordination ist umso besser, je kleiner die Unterstützungsfläche ist und je häufiger die Gleichgewichtsschulung erfolgt (d.h. nicht wie lange sondern wie häufig)
  4. Ein Wechsel zwischen stabiler und labiler Unterlage ist besonders wirksam
  5. Die Übungen sind umso schwerer, je mehr Analysatoren zeitweilig ausgeschaltet werden (Augen schließen, Fremdgeräusche usw.)

Anweisungen zur Bewegungsausführung

  • Füße parralel und schulterbreit stellen, Fußgewölbe muss „Luft“ haben
  • Zehenspitzen nach oben ziehen
  • Zehen spreizen und gespreizt aufsetzen
  • Zehen zur Ferse ziehen und einkrallen
  • Leicht in die Knie gehen
  • Knie leicht nach außen drehen / öffnen
  • Becken nach vorn schieben und Gesäßmuskel anspannen
  • Bauch einziehen
  • Arme locker am Körper hängen lassen
  • In dieser Haltung mit Spannung auf die „Geräte“ steigen
  • Beim Verlassen der Geräte Spannung beibehalten
  • Erst nach dem Stand auf dem normalen Boden Spannung auflösen