Es ist ein langer Weg bis zur persönlichen Höchstleistung
KinderTraining - GrundlagenTraining - JugendAufbauTraining - AnschlussTraining - HochLeistungsTrainingTeil 4 Hochleistungstraining
Wer Spitze werden will muss wie die Spitze trainieren
30. Januar 2007 (Pöhlitz/Ring) - Im Hochleistungstraining sind alle Aktivitäten im und außerhalb des Trainings auf die Ausschöpfung noch vorhandener Reserven mit dem Ziel auszurichten, beim jeweiligen sportlichen Jahreshöhepunkt (EM –WM – OS –Welt-Cups usw.), die höchste sportliche Form, die Fähigkeit zu einer neuen persönlichen Bestleistung, die aber auch die Bereitschaft zur optimalen Leistungsabgabe ( Leistungs- und Kampfbereitschaft ) einschließt, zu erreichen. Die Erfahrung lehrt, das Sportler die z.B. den Olympiasieg anstreben ein Niveau erarbeiten müssen, dass sie zu einem neuen Weltrekord fähig wären; sie wollen ja Bester der Welt werden. Andere müssen ihr Training ihren Zielen anpassen.
Durch die besondere Stellung Olympischer Spiele in der Öffentlichkeit und die Tatsache, das sie nur aller 4 Jahre stattfinden, sind olympische Medaillen und der Olympiasieg „das Größte“ was ein Sportler in seiner Karriere erreichen kann.
Nach Ausschöpfung aller legalen Möglichkeiten zur Leistungssteigerung kommt der Stabilisierung dieser Leistungsfähigkeit „über Jahre“ eine große Bedeutung zu. Trotz vielfältiger Wettkampftätigkeit erfolgt dann im Olympiajahr am günstigsten eine spezielle Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt in einer 6-8-wöchigen UWV.
Nach einem Belastungsaufbau über viele Jahre kommt jetzt auch der Zeitpunkt, einmal, am günstigsten nach Olympischen Spielen, ein „Zwischenjahr“ mit dem Ziel einer umfassenden Regeneration und dem Versuch neue, verbesserte Grundlagen für einen vielleicht letzten 3 – Jahreszyklus mit einem abschließenden Höhepunkt bei Olympischen Spielen, eine lange, hoffentlich erfolgreiche Karriere zu beenden!
Im Hochleistungstraining, der letzten Etappe des langfristigen Leistungsaufbaus ist ein optimales Verhältnis von Training und erfolgreichen Wettkämpfen (dem eigentlichen Ziele des Trainings) anzustreben. Auf der einen Seite ist jetzt die Zeit der Ernte gekommen, in Abhängigkeit vom individuellen Planungszeitraum muss aber gleichzeitig gesichert werden, dass die Basis für das erforderliche hochspezielle Training immer wieder aufgefrischt wird. Die Erarbeitung von individuellen Erfahrungen mit Zwischenwettkampftraining wird schrittweise die Sicherheit zum „Erfolg wenn es darauf ankommt“ erhöhen. Praktische Erfahrung ist auch, dass je höher der Intensitätsanteil in bestimmten Phasen im Training und Wettkämpfen ist, um stärker sollte „mit weichem Lauftraining“ (Umfang hochhalten) gegengesteuert werden.

Prinzipien zur Sicherung einer hohen Leistungsfähigkeit im Hochleistungstraining:
|
|
das Training ist auf den jeweiligen Jahreshöhepunkt auszurichten; Wettkampf- und Trainingsphasen wechseln sich ab und bilden die Grundlage für eine hohe Leistungsstabilität über Wochen |
|
|
der Hauptweg zur Sicherung der Leistungsentwicklung ist eine Belastungssteigerung in Einheit von Quantität und Qualität |
|
|
die Trainingsstruktur ist auf die Anforderungen des Leistungszieles auf der Spezialstrecke auszurichten. Dies bedeutet zugleich der Unter- und Überdistanzvorbereitung die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen, wie der wettkampfspezifischen Ausdauer |
|
|
Eine höhere Spezifik in der Trainingsbelastung erfordert vorbereitend einen höheren Aufwand zur Sicherung der Belastbarkeit – z.B. im Umfang und in der Qualität des allgemeinen und speziellen Athletik / Krafttrainings. Langfristig, 6-10 Wochen vor den geplanten Belastungsspitzen sollte ein spezielles belastungsvorbereitendes und gelenkstabilisierendes Training durchgeführt werden. |
|
|
Die steigende spezielle Belastung erfordert eine verbesserte Vor-
und Nachbereitung des Trainings und der Wettkämpfe, trainingsmethodisch,
sportmedizinisch und physiotherapeutisch. Versuche von Athleten
ohne die Komplexität dieser Maßnahmen und eine gute Belastungsdynamik
auszukommen, sind in der Regel immer gescheitert. Es sollten individuelle
Handlungskonzepte für die unmittelbare Wettkampfvorbereitung
erarbeitet und im Training, sowie bei Aufbauwettkämpfen erprobt
werden. |
|
|
Energetische und konditionelle Leistungsvoraussetzungen passen sich nur dann an, wenn auf den Organismus überdurchschnittliche (grenzwertige) körperliche Anforderungen treffen (Zielgerichtetheit, Größe, methodische Qualität). Anpassungen bilden sich aber relativ schnell zurück, wenn ein durch Training angepasstes System nicht mehr ausreichend beansprucht wird. Im Hochleistungstraining werden die spezifischsten Trainingsformen zur möglichst optimalen Ausprägung auch von Voraussetzungen eingesetzt. So sind zur Ausprägung eines hohen GA-Niveaus (aerob-anaerobe Schwelle) Intervalltrainingsprogramme oder extensive Programme ( lange TL ) nach der Wiederholungsmethode wirkungsvoller als vorwiegend Dauerlauf. Auch kann z.B. mit dem Einsatz von Berganläufen eine gleichzeitig mehrfache Wirkung ( KA, GA, Koordination, Einfluss auf die Schrittstruktur) auf den Organismus erzielt werden. |

Faktoren zur Unterstützung von Spitzenleistungen in den Ausdauerdisziplinen
- Zusammenfassung -
Organisation des Trainings- und der Wettkampfleistung
- Tages- Wochen- MEZ – Jahres - Organisationsplan
- Planung und Realisierung der Physiotherapie und Prophylaxe
- Planung der Leistungsdiagnostik
- Periodischer Gesundheitscheck, sportmedizinische Betreuung, optimale Ernährung / Substitution
- Planung des Höhentrainings und Klimareiz-Trainingslagern, Nutzung von Höhenkammern, ganzjährig optimale Trainingsbedingungen
- Organisation des Partnertrainings
- Erarbeitung eines Aufgabenkatalogs mit dem Manager
- Zielgerichteter Erfahrungsaustausch und neuer Erkenntnisgewinn
- Organisation der Wettkampfleistung (es wird nichts dem Zufall überlassen)
Erschließung trainingsmethodischer Reserven
- Steigerung der Trainingsbelastung im Vergleich zum Vorjahr ( Umfang / Intensität / Pausengestaltung / Gipfelbelastungen )
- Systematische Erschließung von Resreven im Fettstoffwechseltraining
-> Überdistanztraining - Geschwindigkeitsgeführter Belastungsaufbau - Geschwindigkeits- / Umfangsbeziehung sichern
- Ganzjährig Schnelligkeits-/Motorik- und Unterdistanztraining
- Erschließung von Reserven im GA-Training /Laktatbereich 2-7 mmol/l als Voraussetzung zur Steigerung der Anteile und Qualität im SA- und wsA-Training
- Ständige schwerpunktmäßige Verbesserung der allgemeinen und speziellen Belastbarkeit, Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit, Koordination und Sprungkraft
- Nutzung des speziellen Krafttrainings ( Berganläufe / ZWL / Hantelkraft) als Voraussetzungstraining zur Verbesserung der disziplinspezifischen Ausdauer
- Nutzung von Aufbauwettkämpfen als wirksame Trainingsbelastung
- Weiterentwicklung des Höhentrainings auf der Grundlage einer umfassenden Trainingsanalyse der bisherigen Höhenaufenthalte
Die Psychologie –
Dein Helfer bei der Umsetzung des absolvierten Trainings in optimale Wettkampfleistungen
- Keine Angst bzw. Scheu vor Zusammenarbeit mit Psychologen
- Dein Trainer ist der Psychologe in der täglichen Zusammenarbeit
- Motivation – Selbstvertrauen und Risikobereitschaft sind die wichtigsten Helfer für den Leistungsfortschritt
- Man muss nicht auf das Sofa, wenn der Kopf klar ist, aber vergessen Sie nie: auch der Kopf ist „trainierbar“. Was nicht im Kopf ist, ist im Wettkampf nicht abrufbar
- Nutze Deine Gegner im Training ( Trainingslager ), um sie im Wettkampf zu besiegen
- Wenn ich mich besser organisiere als meine Gegner , kann ich besser trainieren als sie
- Erfolge verstärken Gefühle und Antriebe, aber ich muss positiv denken
- Ich hab´s im Training gekonnt, heute geht´s auch im Wettkampf

Abb. Voraussetzungen zur Erreichung sportlicher Höchstleistungen
© Lothar Pöhlitz
Foto: Chai - "Äthiopienpower"



