Trainer sollen trainieren, Funktionäre funktionieren
Bildungs- und Ausbildungsoffensive vor allem für Trainer dringlichFachkräftemangel, „Ingenieure und Dipl.-Ingenieure für Leistungssport“ fehlen
26. Dezember 2007 (Pöhlitz) - Eine schnelle Wirksamkeit einer solchen Maßnahme ohne Reibungsverluste macht die Vorbereitung, Qualifizierung des ausgewählten Personals, auch für viele Funktionäre, erforderlich. Unsere derzeitige Situation beweist, dass die vom DLV bereits angekündigte Ausbildungsoffensive vor allem für im Leistungs- und Hochleistungstraining tätige Trainer in den Vereinen, für die Landestrainer oder auch für die für den DLV tätigen Verbandstrainer – einschließlich der im Jugend-Aufbautraining – dringlich ist. Wie soll aber ein neben seinem Beruf für ein wenig Honorar arbeitender Verbandstrainer die Aufgaben eines Bundestrainers erfüllen, er hat doch nicht einmal Zeit für seine eigene Qualifizierung.
Wie in der Wirtschaft fehlen gute „Ingenieure und Dipl.-Ingenieure für Leistungssport“, nicht nur für den Spitzenbereich. Sicher könnte man auch einmal darüber nachdenken, dass zur Ausbildung von Trainer-Eliten nach dem Vorbild der gegenwärtig entstehenden Elite-Universitäten eine qualifizierte Ausbildungs- bzw. Fortbildungseinrichtung hilfreich wäre. Auch nach der WM 2009 in Berlin gibt es weiterhin Spitzenleichtathletik.
Die aktuelle Praxis der Wirtschaft, der Sponsoren und der Medien, mit bereits errungenen Goldmedaillen auf der sicheren Werbe-Seite zu sein und erst dann Geld oder TV-Präsenz zur Verfügung zu stellen, darf nicht zur Resignation führen.
Aus der Trainingspraxis weiß man, dass unbefriedigende Ergebnisse einer Arbeit immer auch mit der Qualität der Arbeit, aber auch mit der Qualität des Materials, mit Bildung verbunden werden müssen. Ist dies der Fall, wird in der Wirtschaft etwas unternommen. Es gibt eine DLV-Trainerschule, eine Trainerakademie, ein BISP, ein IAT, eine Abt. Leistungssportforschung an der DSHS Köln, Verbandsärzte und viele Sportwissenschaftliche Institute die sicher mit ihrem Personal – vielleicht in einer Kooperation - helfen könnten. Aber man sollte für den Bereich Lauf / Gehen auch über den Zaun schauen, die besten Trainer anderer Länder als Referenten verpflichten, die besten Trainer z.B. in Kenia oder Äthiopien oder… in ihren Ländern vor Ort bei ihrer Arbeit beobachten, konsultieren. Viele Jahre hat Deutschland West und Ost unendliche Entwicklungshilfe mit Auslandstrainer-Seminaren geleistet, jetzt sollten wir uns nicht scheuen und schämen einmal anderen über die Schulter zu schauen. Ein Erfahrungsaustausch mit den Trainern, die in den letzten Jahren in diesen Ländern waren würde auch schon ein Schritt sein.
Wer übernimmt für mehrere Wochen die „Beobachtung/Konsultation“ z.B. in Äthiopien, Kenia oder und Marokko und gibt anschließend seine gemachten Erfahrungen an unsere Trainer weiter. Auch für die Zeit nach Olympia gilt es keine weitere Zeit zu verlieren. Wenn man sich die Teilnehmerliste der Trainer an der DLV-Höhenkonferenz 2007 ansieht, muss man sich fragen, ob viele für sich überhaupt Bedarf sehen, ob sie qualifizierte Fortbildung überhaupt wollen. Es waren noch nicht einmal alle Verbandstrainer da.
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Ohne Partner-Firmen-/Universitäten und Sponsoren sind Spitzenleistungen unmöglich
Allen ist sicher bewusst, dass ein zweimal tägliches Training + Physiotherapie + alle dazu gehörigen Notwendigkeiten – wie sie oben aufgeführt sind – ohne Partner-Firmen, den OSP´s, den Landesregierungen, Städten und Sponsoren, die die entsprechenden Bedingungen zeitweilig (Verträge über einen Zeitraum einer Olympiade) sichern, nicht möglich ist. Damit wird auch klar, dass die Gewinnung solcher Partner (bestimmt sind sie auch unter ehemaligen Leichtathleten zu finden) nicht allein Aufgabe des DLV sein kann, sondern DOSB, die Landessportbünde und die DLV-Landesverbände innerhalb ihrer Regionen ihren Beitrag für eine solche Aufgabe leisten müssen. Auch die Vereine, die Olympia- oder WM-Kandidaten in ihren Reihen haben, sollten überlegen, wie sie deren Vorbereitung durch eine zeitweilige Finanzkonzentration besser sichern könnten. Das Geld soll ja nicht in den Taschen der Athleten ankommen, vielmehr

In Köln macht man sich Gedanken wieder eine Sportstadt zu werden, dabei wird – wenn man die Presse verfolgt – in erster Linie über Fußball geredet. Glücklicherweise haben die Leichtathleten der Deutschen Sporthochschule und der ASV ein Zeichen gesetzt, ohne das man das Gefühl hat, dass sie für einen künftigen Leistungsfortschritt große Unterstützung von der Kommune erhalten. Dafür beschäftigt der 1.FC Köln (2.Liga) alle, in den Medien täglich auf mehreren Seiten.
Wenn man beobachtet wie ein scheinbar großer aus der Leichtathletik IAAF– Funktionärs – Riege wie Prof. Diegel in Interviews betreffs Verkauf des Stuttgarter Stadions an den Fußball oder zu Fragen weltweiter Doping-Trainingskontrollen ganzjährig, seit Jahren nicht nur seine Machtlosigkeit in dieser Funktion demonstriert und keinen rechten Ausweg weiß, muss man sich schon Sorgen um die Zukunft machen. Die Unterschiede zwischen Sport (den viele Sportarten außerhalb des Fußballs die bereits im Fernsehen keinen Platz mehr haben) und Fußball sind schon gewaltig, allein wenn man an die Finanzen denkt, mit denen im Fußball – auch bei den Trainervergütungen – um sich geschmissen wird. Und die Politik, Städte und Gemeinden helfen kräftig mit und tolerieren. Alle haben sich damit abgefunden, dass die ARD-Samstagsportschau sich ausschließlich mit Fußball beschäftigt, dass der organisierte tägliche Sport für unsere Kinder und Jugendlichen in vielen Städten und Gemeinden Stiefkind ist und dringender Aktivitäten und auch Hilfen bedarf, auch durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Auch sie kennen nur Quoten.
Vielleicht kommt einmal jemand an dafür verantwortlicher Stelle auf den Gedanken, dass in vielen oft leer stehenden Sportanlagen sofort Betrieb wäre, wenn dort Trainer arbeiten würden und die ihren Arbeitsnachweis über funktionierende Trainingsgruppen erbringen müssten. Sportanlagen (auch Sporthallen) sind nur funktionstüchtig, wenn dort auch Trainer, nicht nur Platzwarte, arbeiten. Vielleicht kommen Sie auch mal auf den Gedanken die Diskrepanz zwischen der Finanzierung der Kunst gegenüber dem Sport, vor allem dem Kinder- und Jugendsport, durch unsere Regierung und die Landesregierungen gerade zu rücken.

Wir hoffen deshalb dass sich viele Funktionäre, das Fernsehen, Bürgermeister, Sportbürgermeister, Landesregierungen, Abgeordnete, aber vor allem die für die Leichtathletik verantwortlichen in den Landesverbänden, ab sofort unserer Ideen-Börse anschließen und zukünftig für die Olympische Leichtathletik „funktionieren“. Vielleicht erinnern sie sich auch an den vor nun schon vielen Jahren für die Wirtschaft, für ganz Deutschland wirksamen Schlager, den heute noch alle kennen und geben sich einen Ruck: „Nun wird wieder in die Hände gespuckt, wir …“ (…kehren bald auf breiter Front in die Weltspitze zurück – auch ohne die Doping-Ausrede). Auch weil wir 2009 die Weltmeisterschaft im eigenen Lande haben.
In diesem Zusammenhang haben viele ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass der Generalsekretär des DLV soviel freie Kapazität hat, dass er kürzlich die Verantwortung für die Vorbereitung der WM in Berlin mit übernommen hat und dort auch regelmäßig präsent sein will. Als ob es nicht in Darmstadt, im DLV-Verbandsrat und in den Landesverbänden, aber auch in den Vereinen genug ungelöste Aufgaben / Baustellen im Zusammenhang mit der Olympischen Leichtathletik, mit den Leistungen der deutschen Athleten, mit der Leistungssituation in den Landesverbänden, mit dem Trainerangebot, den wenigen Sponsoren, mit den Finanzen usw. gäbe. Gibt es tatsächlich im DLV keinen fähigen Kopf, der diese Aufgabe zur Zufriedenheit des Verbandes in Berlin lösen könnte? Viele Weichen müssten doch baldmöglichst in eine neue Richtung gestellt werden, aber dafür müssen Weichensteller im Stellwerk arbeiten.
Außerdem sind bereits nach 2008 schon 2012 die nächsten Olympischen Spiele. Da wird der DLV an weiteren echten Fortschritten gemessen. Vielleicht können Sie schon bei einer ihrer nächsten Sitzungen (auch die der Landesverbandspräsidenten mit dem DLV und seinem „General“) einmal über diese Themen diskutieren? Nach den Medienberichten zu urteilen war dies wohl bei der letzten Herbst -Tagung nicht der Fall. Aber man kann doch in der gegenwärtigen Situation nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Waren Sie Beteiligte an den notwendigen Veränderungen haben Sie später einmal das gute Recht gemeinsam mit den erfolgreichen Sportlern stolz zu sein, stolz nicht nur auf ihre Region, ihren Verein, ihren LV, sondern vielleicht auch auf die konkurrenzfähige deutsche Leichtathletik die wieder regelmäßig im Fernsehen präsentiert wird, die nicht resigniert hat und darauf, dass auch sie funktioniert haben.
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