Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

Ein Blick voraus: WM Osaka

Wo steht der deutsche Lauf kurz vor der DM?

30. Juni 2007 (Ring/Pöhlitz) - Die WM-Saison 2007 kommt langsam ins Rollen. Die erste Serie der German Meetings haben wir hinter uns, das erste Golden League Meeting in Oslo auch. Nun beginnt die heiße Phase vor den Deutschen Meisterschaften am 21./22. Juli in Erfurt. Dort soll der WM-Kuchen fertiggebacken werden. Die Werfer haben ihre Hausaufgaben bereits im Mai beim Werfertag in Halle auf den Tisch gelegt. Viel Feines ist dabei. Auch danach haben sie sich nicht nur in den Kraftraum verzogen, die Konkurrenz angenommen. Die 70,20 m von Christina Obergföll im Paket zusammen mit Europameisterin Steffi Nerius sind schon ein Pfund für die anstehende WM. Im Bereich Sprung zeigt die Abteilung Stabhochsprung wie gewohnt Besonderes. Eicke Onnen springt konstant jenseits der 2,30 m. Götzis beruhigte vorab alle deutschen Mehrkampfenthusiasten und in Ratingen wurde nachgelegt. Der Sprint zeigt größere Geschlossenheit als früher. Die beiden Staffeln sind durch. Und trotzdem fällt es schwer, den Prognosen des leitenden Bundestrainers Jürgen Mallow zu folgen. Er ist fest davon überzeugt, „dass wir in Osaka besser abschneiden werden als in Helsinki.“ Auch der Lauf präsentierte zwei Silberstreifen am Horizont. André Pollmächer hat über 10.000 m eine schöne 27:55,56 hingelegt und Hindernisläufer Filmon Ghirmai hat die Norm, siegt zusätzlich beim Europacup. Der Start eines WM-Teams im Marathon der Frauen ist vielleicht ein weiteres Indiz, derjenige der Männer eher eine Motivationshilfe. Fakt bleibt, dass im Block Lauf der Damen derzeit noch keine Normerfüllung vorliegt, sieht man einmal von den Marathonläuferinnen ab.

Der statistisch recht bewanderte leitende Bundestrainer hat bestimmt alles im Notizbuch, sicher auch dass Pollmächer und Ghirmai und unsere Marathonfrauen im Finale nicht die Kastanien aus dem Feuer holen können. Dort wo im Mittelstrecken-Männerbereich für 2009 junge Pflänzchen (Schemberra, Keiner) nachwachsen, herrscht bei den Frauen Funkstille. Auf den Kernstrecken 800 m, 1500 m und 5000 m wird sicherlich keine deutsche Frau vertreten sein und auf der Hindernisstrecke sorgen derzeit zwar im Juniorenbereich vier Talente mit vollendeter U23-EM Normerfüllung für ein klitzekleines Luxusproblem, von der Weltspitze sind sie indessen noch meilenweit entfernt. Von guten Endlaufplatzierungen im Bereich Lauf im fernen Osaka zu träumen, scheint derzeit geistige Energieverschwendung zu sein.

Dort wo man im Sprint, Sprung und Wurf mit einer scheinbar größeren Geschlossenheit des Kaders und solider Arbeit ansetzt, herrscht bei den Läufer/Innen noch Dornröschenschlaf. Kein Team, keine Schritte nach vorn. Koblenz, das große Lauf-Mekka Mitte Mai, ist zum 5000 m Event geschrumpft. Danach geht man sich tunlichst wieder aus dem Weg. Normwettkämpfe wären Angebote, das in Koblenz Angefangene fortzusetzen. Individuelle Interessen lassen indessen kein weiteres gemeinsames Handeln zu. Für Starts bei Golden League Veranstaltungen reicht es gegenwärtig für deutsche Läufer/Innen nicht. „Mocki“, die man noch vor der Saison ohne Schwierigkeiten auf dem Weg nach Japan wähnte, scheint sich nun auch „verlaufen zu haben“. Nach Norm - Maßstäben jedenfalls hat sie die Osaka-Fahrkarte noch nicht in der Tasche, auch wenn Bundestrainer Detlef Uhlemann glaubt, „dass sie unbedingt dorthin gehört.“ Vielleicht aber hat sie auch ihre langfristige Marathonplanung vom Hier und Heute der Aufgabe, von der notwendigen „Bahngeschwindigkeit“, etwas abgebracht.

Jürgen Mallow hat in leichtathletik den Aufschwung der deutschen Leichtathletik an vier Eckpfeilern bereits festgemacht:

Gelten die nun auch für den Bereich Lauf? Oder sind Ghirmai und Pollmächer nicht einfach nur gute derzeitige Produkte ihrer „Heimnester“? All das, was Jürgen Mallow als Hoffnungsschimmer für die deutsche Leichtathletik ausgemacht hat, kann von uns schlecht beurteilt werden. Mit seinem „geliebten“ Laufbereich scheint er indessen auch nicht zufrieden zu sein. Recht deutlich wird er mit Aussagen, dass man sicher auch ohne Dopingunterstützung eine 3:36,60 anbieten können müsste, wenn man über 1500 m zur WM wolle. Zum Thema „Mocki“ äußerte er sich noch drastischer: „Vor zwei Jahren lief Mocki im Alleingang als Deutsche Meisterin 15:08,17 und bei der WM 2005 wurde sie 17. mit 31:28. Jetzt sollen 31:40 zu viel sein? Ich kann Ihr Gejammere nicht mehr hören!“

Bisher klemmts im Lauf noch beträchtlich

Betrachtet man die bisherigen internationalen Großevents weltweit wird es für Deutschland aus derzeitiger Sicht in Osaka bei Bahnwettbewerben betreffs einer Endkampfplatzierung (Platz 1-8) auf den Strecken 800 m, 1500 m, 5000 m, 10.000 m und den 3000 m Hindernis schwer. Hindernisläufer Filmon Ghirmai und 10.000 m Mann André Pollmächer drücken wir natürlich ganz toll die Daumen. Für die Top-Ten wird’s dennoch nicht reichen. Festzuhalten ist, dass es beim Lauf derzeit gegenüber den anderen Disziplinblöcken noch immer ganz schön klemmt. Ein positives Zeichen ist, dass man sich zu einer Teilnahme am Marathon-Weltcup durchgerungen hat, wobei speziell die Nominierung des Männerteams eher als Motivationshilfe auf niedrigem Niveau zu betrachten ist. Die Vergangenheit betrachtend, ist ein solches Vorgehen des DLV völlig neu. Der Ansatz über einen Durchschnitt einer 2:18 entspricht eher dem Leistungsanspruch läuferischer Entwicklungsländer. Den Frauen könnte man bei geschlossenem Auftreten und vor allem Gesundheit (Ulrike Maisch), Überraschungen zutrauen, wie die einer Sonja Oberen bzw. des EM-Teams von 2002.
Die internationale Konkurrenz nicht nur aus Ostafrika ist derzeit erdrückend. Allein unsere große Differenz zur Weltspitze, darf aber doch nicht dazu führen, den eigenen Problemen nicht Einhalt gebieten zu wollen und zu resignieren. Die noch vor wenigen Jahren arg gescholtenen deutschen Zehnkämpfer haben sich inzwischen kräftig regeneriert. Ein Blick über den Zaun könnte auch dem Lauf helfen. Am besten noch vor Beginn des neuen Trainings- und Wettkampfjahres.

Zur Nominierungsproblematik im DLV

Die deutsche Leichtathletik verwendet zur Nominierung für die WM kein Trialsystem nach amerikanischem oder kenianischem Muster. Es wurden Richtlinien mit einer Normenliste, die weitgehend den Normen der IAAF entspricht, festgelegt. Der Erfüllungszeitraum ist recht weit gefasst. Ausschlaggebend für die feste Nominierung ist in den Kerndisziplinen das Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften im Stadion. Für weitere Großevents gibt es ähnliche Ausscheidungsverfahren, wobei in den letzten Jahren ein deutlicher Trend zu echten Ausscheidungswettkämpfen Frau gegen Frau oder Mann gegen Mann zu erkennen war. Nach dem wohl einmaligen Trialverfahren für die Europacup-Besetzung im letzten Jahr (Regensburg/Schönebeck) ist man für 2007 beim DLV wieder zu einer moderateren Form mit mehreren Möglichkeiten zurückgekehrt, wobei der Qualifikationszeitraum sehr eng gefasst wurde (Ende Mai bis 10. Juni). Einige Disziplinen sind deshalb gleich beim Trialsystem geblieben und haben einen Wettkampf zur alleinigen Qualifikation gemacht. Am Unübersichtlichsten zeigte sich der Block Lauf.

Nominierungsverhalten im Block Lauf

Während alle anderen Disziplinblöcke den engeren Rahmen mit wenigen Qualifikationswettkämpfen suchen, setzt der Block Lauf auf einen gestreckten Zeitraum mit differenzierten Wahlmöglichkeiten. So starteten die 10.000 m Aspiranten ihren Qualifikationsmodus bereits Anfang April bei den European Challenge und ließen Anfang Mai mit den Deutschen Meisterschaften auf dieser Strecke Normerfüllungsmöglichkeit zwei folgen. Während die anderen Blöcke in der beginnenden VP2 (ab Anfang April) wettkampftechnisch weitgehendst Ruhe walten ließen, herrschte bei Deutschlands Topläufern schon früh rege Betriebsamkeit. Vor allem individuelles Vorgehen konnte registriert werden. Sabrina Mockenhaupt z.B., derzeit einzig verbliebene Topläuferin mit internationalem Anschluss, (vielleicht kommt „Miki“ ja noch), wählte den Weg über die Challenge (Anfang April, 10.000 m, dnf), die Deutschen Meisterschaften (Anfang Mai/10.000 m/ Norm verpasst), Koblenz (dritte Hälfte des Mai/nicht abgeklärtes gemischtes Rennen 5000 m/Norm verpasst) und Oslo (Mitte Juni/5000 m/Norm verpasst). Jan Fitschen, der Euromeister des Vorjahres über 10.000 m, trifft keine eindeutige Streckenwahl, scheitert bei den deutschen Meisterschaften über 10.000 m, wohl beabsichtigt, als Meister deutlich an der Normerfüllung, ist dann beim 5000er in Koblenz nicht fit und muss nun vor den immer näher kommenden Deutschen Meisterschaften (Erfurt, 21./22. Juli) auf der favorisierten Strecke 5000 m alles auf eine Karte setzen. Verena Dreier, EM-Teilnehmerin des Vorjahres über 3000 m Hindernis läuft zunächst bei Landesmeisterschaften eine für die U23-Junioren-EM ausreichende 10:03, verbessert sich beim nächsten qualitativ hochstehenden Rennen in Dommelhof auf 9:53, lässt dann aber wohl auf Grund der in Fülle stehenden Aufgaben (EC-Einsatz, wahrscheinlich 2x U23-EM-Einsatz und DM) weitere Möglichkeiten in Prag, Oslo, Warschau und Regensburg aus. André Pollmächer riecht nach seinem überraschenden Challenge-Sieg den für ihn faulen, weil viel zu frühen DM-Braten und macht unter der Führung seines erfahrenen Trainers Bernd Dießner (Glückwunsch) Anfang Juni in Dommelhof den Sack zu. Auch Hindrnisläufer Filmon Ghirmai hat seine Aufgabe im zweiten Anlauf (Prag, Anfang Juni) inzwischen erfolgreich erledigt. Arne Gabius meldet in Koblenz Mitte Mai mit 13:27 Ansprüche an, der Möglichkeiten viele hat er dennoch nicht mehr. Ingesamt stellt sich ein stark individualisiertes Angehen internationaler Startmöglichkeiten dar, ein echter Ansatz zur Struktur wie in anderen Blöcken ist nicht zu erkennen.

Überflüssige Regeldiskussionen

Weil Deutschlands Laufbereich nicht schon genügend Probleme hätte, macht „Oberkampfrichter“ Volker Wollschläger eine neue Baustelle auf. Dem jahrelangen Gewohnheitsrecht folgend, suchen vor allem die immer weniger werdenden Klasseläuferinnen nach echten Wettkampfmöglichkeiten in gemischten einheimischen Rennen. Dies ist der AG Wettkampfwesen seit Jahren bekannt, ist mit der Platzierung der erzielten Leistungen in den jeweiligen Bestenlisten auch toleriert worden. Explizit an jenem Beispiel zeigt sich indessen eine der größten Schwächen des DLV. Der Leistungssport ist in den Fängen vieler Stäbe, die nur periphär die Belange des Leistungssports verstehen, sich neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit offensichtlich weniger um den Leistungsfortschritt sorgen. Es fehlt ihnen in der Regel an der notwendigen Kompetenz. Ein Leistungssportdirektor, sofern es ihn denn innerhalb des DLV gäbe, hätte wohl schon längst das Auslichten der nachkommenden Elite von Nachwuchslangstrecklerinnen erkannt. Am Beispiel von Sabine Mockenhaupt soll verdeutlicht werden: nach dem derzeitigen Stand der Dinge hat Sabrina Mockenhaupt kaum Optionen, in Deutschland auf der Bahn gegen weibliche Konkurrenz zu laufen. Nachdem derzeit die nächstbeste deutsche 5000 m Läuferin eine 16:00 anzubieten hat, muss sie hierzulande eben alleine um die Bahn kreisen, in der Regel alle Gegnerinnen überrunden. Das Problem, eine Stufe weiter unten, im Nachwuchs, stellt sich dort im Übrigen nicht anders dar. Den wenigen auftauchenden wirklichen Talenten wird die Konkurrenz, das schnellere Vorankommen verwehrt. Ein Start gegen Gleichstarke ist kaum möglich. Leistungsgruppen sind nicht nur im Training der Weg zum schnelleren Fortschritt. Deshalb plädieren wir auch für die Wettkämpfe außerhalb von Meisterschaften für Durchlässigkeit, gemischte Rennen nach dem Leistungsprinzip, zumal das bei Straßenläufen normal ist.
Die Gerechtigkeit hat dort ein Ende wo bei Männern pro Rennen bis zu 3 Hasen agieren dürfen, am Ende dem Sieger alle uneingeschränkt zujubeln, den Frauen und Mädchen aber die Hilfen bei ihrem Bemühen um ein höheres Entwicklungstempo versagt bleiben.
Anstatt sich mit allerlei unsinnigen, weil unnützen und für den Hochleistungssport irrelevanten Regeländerungen (siehe Startgemeinschaften für DMM-Durchgänge) zu beschäftigen, sollte sich die AG Wettkampforganisation darüber im Klaren sein, dass man in der Not durchaus auch mal eine „nationale“ Lösung braucht. Auch sie sind für die Sportler da.

Es beim Alten lassen, heißt den Fortschritt zu verhindern

Ob die Trainer oder auch Bundestrainer mit ihren Schützlingen „besser trainiert“ haben können und wollen wir nicht beurteilen. Auch für die Beurteilung der weiteren drei Mallowschen Eckpfeiler fehlt uns der nötige tiefere Einblick. Trotzdem halten wir es für nötig eine Reihe Dinge zu ändern, in Richtung Qualifikation, bei den Nominierungsrichtlinien und der Wettkampforganisation für die Kaderathleten und die Talente unter dem Nachwuchs, in der Teambildung, in der Vorbereitunsstruktur; vielleicht sollte man beim DLV noch einmal über die früheren Teamleiter nachdenken, ein Chef könnte nicht schaden. Und nur mit nebenamtlichen scheint Hochleistungssport auch nicht zu funktionieren.
Es kann in diesem Zusammenhang durchaus über den Sinn von frühzeitigen Qualifikationen nachgedacht werden. An anderer Stelle haben wir bereits einmal darauf hingewiesen, dass es doch sinnvoll wäre, bei unserem Leistungsrückstand den Monat Mai in erster Linie als Trainingsmonat zu nutzen. Unter diesem Gesichtspunkt kann es doch sicher nicht problematisch sein, den Koblenz-Termin leistungsorientierter nach hinten zu verlegen. Viele Starts sind nicht gleich viele Qualimöglichkeiten. Aber 2-3 Rennen alle gegeneinander im Juni nach mehrmonatigem Training müssten doch zu machen sein. Sicher ist es zu regeln, im Einklang mit Veranstaltern und Managern zukünftig die Starterfelder bei den German Meetings noch mehr auf deutsche Belange zuzuschneiden. Dabei können zwei, drei Ausländer nicht schaden.
Müssen die Deutschen Meisterschaften (10.000 m/5000 m weibliche Jugend) inmitten des wohl zu diesem Zeitpunkt recht trainingsintensiven Vorbereitungsabschnittes liegen? Was spricht gegen ein offenes Championat im Juni oder wieder bei der DM? Die dann unter Umständen ungünstigeren klimatischen Bedingungen könnten locker durch eine späte Startzeit (vielleicht sogar unter Flutlicht) aufgefangen werden. In der Regel ist es bei EM, WM oder OS auch immer warm. Bei etwas geschicktem Management und der dafür nötigen Teamarbeit DLV-geeignete Ausrichter mit passender Rahmenveranstaltung müsste das doch zu packen sein, wie z.B. in der belgischen Provinz Dommelhof mit prächtigen Mittel- und Langstreckenrennen.

Bernd Dießner, Trainer von André Pollmächer, hat diese jahrelange Gewohnheit heuer verlassen. Eigentlich mit der schwierigsten Aufgabe von allen WM-Aspiranten betraut, eine 27er Zeit mit einem noch ganz jungen Mann anbieten zu müssen, hat er unserer Ansicht nach die Wochen zwischen Challenge (seines ersten Jahres-Standings) und dem 1. Juni für’s Training gut genutzt. Geplant, gezielt und perfekt umgesetzt. Der Autor dieser Abfassung konnte sich in Dommelhof über Dießners „gezielte Planung“ selbst vergewissern. Auf dem Notizblock stand eine 27:56 und André Pollmächer hat es punktgenau umgesetzt. Der mögliche DM-Titel wurde für Osaka „geopfert“.
Noch eins zum Schluß: zu verändern ist auch das meist wenig geschlossene Auftreten der deutschen Läufer/Innen bei Inlandrennen. Bis auf die Meisterschaften und in Koblenz geht man sich in der Regel ein wenig aus dem Weg. Uhlemann, Fleschen und Zimmermann usw. fabrizierten zusammen schon vor gut dreißig Jahren 27er Zeiten gemeinsam, in schon legendären Abendmeetings der 70er Jahre war sich keiner zu schade, auch mal für den anderen Tempo zu machen, zumindest sich im Rennen sinnvoll in der Führungsarbeit abzulösen. Es kann doch nicht so schwer sein, Läufer zu finden, die bereit sind, für die Kollegen mal Tempo zu machen, der gute Trainingseffekt einer solchen „Opferrolle“ mit eingeschlossen. Wer sich scheut, mal einige Runden Tempo zu machen, ist wahrscheinlich auch nicht reif für große Events. Die meist gehörte Frage zu Meetings bei Deutschlands Läufer/Innen und ihren Managern heißt aber: „Wer ist der Hase, wer macht Tempo und wie schnell, kann international Adäquates angeboten werden?“ Resultiert dieses Verhalten nicht in erster Linie aus den ausgeprägten Egoismen, aus der fehlenden Teamzugehörigkeit. Haben Deutschlands Läufer/Innen noch nicht realisiert, dass doch alle im gleichen Boot in eine Richtung rudern müssen, wenn sie wieder bei Golden League- Veranstaltungen dabei sein wollen.

Hilfreich für einen schnelleren Leistungsfortschritt wären:

Fotos: René Herms, Sabrina Mockenhaupt und Filmon Ghirmai (Kiefner-Fotos)