Ein Bekenntnis zur Leistung und Eliten - Teil 6 von 6
6. Eliteschulen des Sports19. Oktober 2006 (Pöhlitz) - Eine Eliteschule des Sports ist eine Bildungs- und Fördereinrichtung, die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen ( Internate ) Bedingungen gewährleistet, damit talentierte Nachwuchsathlet/Innen sich auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei voller Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können. Es sind Fördereinrichtungen für Talente, die nach bereits mehrjährigem Training ( nicht für die anfängliche Talentsuche ) zur Förderung ausgewählt werden.
Ergänzend zu den bisherigen Verfahren muss sich die Erkenntnis durchsetzen, das sich solche Eliteschulen für alle Städte jenseits der 100.000 Einwohner und deren Einzugsgebiet ( auch auf örtlich traditionelle Schwerpunktsportarten ausgerichtet ) lohnen, vorausgesetzt ein zielgerichtetes Talentaus-wahlverfahren sorgt jährlich für eine erforderliche Klassenkapazität.
Ziele sind:
- sportliche Spitzenleistungen im Erwachsenenalter vorzubereiten
- einen individuell optimalen Schulabschluss zu gewährleisten und die Persönlichkeitsentwicklungjunger Athleten zu unterstützen
- Unterstützung zur Bewältigung der Doppelbelastung aus schulische und sportlichen Anforderungen
Künftig werden die abgestimmten Qualitätskriterien zur Wirkung gebracht. Übergeordnetes Qualitätskriterium ist der sportliche Erfolg bei OS, WM und EM mit einem qualifizierten Bildungsabschluss nach individuellem Potential. Wichtige Voraussetzung ist, dass sich die Lehrkräfte an den beteiligten Schulen mit dem Profil einer Spezialschule für Leistungssportler voll identifizieren und ihr Engagement entsprechend für das gemeinsame Ziel einsetzen. Die wichtigsten Potentiale zur weiteren Qualitätsentwicklung sind (Kurzfassung) :
- Flexibilisierung des Aufnahmealters, reduzierte Klassenfrequenzen - Offenheit für Seiteneinstieg
- vertretbare Lösungen zur Ausgliederung bei fehlender sportlicher Perspektive und unzureichendem leistungssportlichen Engagement - Abstimmung von Trainings-/Wettkampfkalender und schulischen Aufgaben
- schulisch-pädagogische Entlastungs-/Unterstützungsmaßnahmen in Abhängigkeit von den Schul- und Trainingsanforderungen (Schwerpunkt Sek.II)
- bei Aufnahmen von Talenten aus anderen Bundesländern Integration und zusätzliche Vorbereitung auf die neuen curricularen Anforderungen
- verstärkte Kooperation mit verschiedenen Schultypen
- klare Profilbildung der Schulen
- sukzessive Umsetzung der von BMI und BL erarbeiteten Grundsätze zur Bundesförderung der Häuser der Athleten
Wunsch-Ergänzung durch die Redaktion : An Spezialschulen für Sport sollten für den Bereich der sportlichen Ausbildung Diplom-Sportlehrer oder Diplom-Trainer für Leistungssport eingesetzt werden und deren regelmäßige Fortbildung nach den Prinzipien einer modernen Trainingslehre organisiert und verpflichtend durchgeführt werden.
Natürlich wissen wir, dass dies angesichts der leeren Staatskassen eine der am schwersten umzusetzende Forderung sein wird. Deshalb wäre ein forciertes Brainstorming über Zwischenlösungen, Trainerweiter-bildungen mehrerer Landesfachverbände gemeinsan o.ä. von überragender Bedeutung, gleich der Devise, „lieber ein kleines Stückchen vom Kuchen, als gar keinen, aber morgen müssen die Stücken größer werden“.
Zukunftsaufgaben: An kooperierenden Hochschulen Streckung der Regelstudienzeit für Kaderathlet/Innen, Verbindlichkeit der Partnerschaftsleistungen, Schaffung von Studienstipendien für Spitzensportler/Innen, Nutzung des eigenständigen Auswahlrechts der Hochschulen, Herausgabe Deutscher Hochschulführer Spitzensport, Auszeichnungen
7. Wissenschaftliche Unterstützung
Für die Qualitätsentwicklung in der Nachwuchsförderung sind die grundlegende Erkenntnisgenerierung, die wissenschaftliche Betreuung und die angewandte Wissenschaft als Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis gleichermaßen notwendig. Wesentliches Entwicklungs-potential liegt im zeitnahen Theorie Praxis-Transfer. U.a. ist ein weiterer Kreis kompetenter Partner in Verbänden, IAT, OSP und Hochschulen aufzubauen, die Sportart übergreifend wie –spezifisch Praxis bezogene Inhalte in der Trainerfortbildung vermitteln können.
Für die sportmedizinische Prävention für Nachwuchskader besteht eine besondere Verantwortung. An qualifizierten Untersuchungszentren soll jährlich mindestens eine Grunduntersuchung für Landeskader und Mitglieder der Eliteschulen durchgeführt werden. Ein neues Forschungsförderprogramm ist durch das BISP zu erarbeiten und umzusetzen.



