Neuerscheinung


Neuerscheinung – Trainingskonzepte


2. Auflage


Buchtipp – Das große Laufbuch von Lothar Pöhlitz


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Kids for Olympia

WADA lenkt wiedermal vom Hauptproblem in der Dopingbekämpfung ab

Unsere Position: Trainingskontrollen ganzjährig und weltweit !

23. September 2006 (Pöhlitz) - Die Diskussion zur Dopingproblematik in den Medien hat seit Monaten Hochkonjunktur. Mit dem angedrohten Verbot von Höhentrainingskammern und -zelten, die die Weltantidopingagentur WADA auf die Verbotsliste setzen will, wird ein neuerlicher Versuch gestartet, die Diskussion in Gang zu halten und von der Hauptproblematik abzulenken : den ganzjährigen Trainingskontrollen weltweit ! Seit Jahrzehnten schafft es die IAAF nicht diese für eine „Waffengleichheit“, eine „Konkurrenzfähigkeit aller“ ( auch für unsere deutschen Athleten, die vergleichsweise einem Kontrollsystem gegenüberstehen, dass weltweit durchgesetzt zu erdrutschartigen Leistungsveränderungen führen würde !) wichtigste Form der Dopingbekämpfung funktionierend zu installieren. Sicher mag es an Finanzen, an Funktionären in den höchsten Gremien, die die Interessen ihrer Länder oder auch Kontinente zu vertreten haben oder sogar an Regierungen liegen, dass dies bisher nicht wirklich wirksam ist.

Wer aber weiß, dass verschiedene Dopingmittel schon nach Stunden oder auch Tagen nicht mehr nachweisbar sind, wundert sich über Reden, Drohungen und mit Stolz verkündeten scheinbaren Erfolgen, dass es z.B. bei der EM in Göteburg oder bei der Junioren-WM keine positiven Dopingfälle gab, überhaupt nicht. Dabei klingt es wie Hohn, wenn IAAF-Präsident Lamine Diack dazu verkündet : „......und jetzt sind wir genauso erfreut, dass diese Leistungen in einem sauberen, fairen und ehrenvollen Wettkampf erbracht wurden“. Wer sich heutezutage, nach etwa 45 Jahren weltweiter Dopingexperimenten bei Wettkämpfen wie EM, WM oder Olympischer Spiele noch erwischen läßt ist unfähig. Es reicht nicht mehr, wie zuletzt bei der EM gegenüber den russischen Frauen Verdächtigungen auszusprechen und gleichzeitig zu übersehen, dass z.B. in 14 Laufdisziplinen der Männer und Frauen die natürlich höhenbevorteilten Afrikaner so dominant sind, dass in der derzeitigen Weltbestenliste ( in Leichtathletik 38 / 2006 ) allein 91 (!) Kenianer ( 61 Männer + 30 Frauen, ohne die, die gerade im benachbarten Ausland „Dienst tun“) unter den jeweils 20 Weltbesten platziert sind. Die Schweizer und viele andere geben sich in ihrem Eldorado St.Moritz seit Jahren im Höhentraining sicher ähnliche Mühe, aber irgendwo hakt es am Ende doch. Woran mag es wohl liegen ? Vielleicht wird eines Tages das Höhentraining in Europa ganz verboten, damit die Afrikaner allein bei der Golden League um Weltrekorde rennen ? Wer könnte denn daran interesse haben ?

Dazu kommt, dass die Nachweisverfahren wohl auch nicht ganz wasserdicht sind, wenn Herr Schänzer vom weltweit anerkannten Antidopinglabor in Köln in LA 37/2006 erklärt, dass das EPO-Nachweisverfahren verbesserungswürdig sei und das Blutdoping momentan grassiert. Kein Wunder, das Wundersprinterin Marion Jones (USA) nach einer postiven A-Probe und negativen B-Probe laufengelassen wurde, US-Sprint-Erfolgscoach Graham ( nach Medienberichten trainierte er in den letzten Jahren 11 gedopte Sprinter) nach einem negativen Lügendetektor-Test wie nach einem Freispruch behandelt wird. Es ließe sich fortsetzen.

Wir würden uns gern dem DLV-Präsidenten Clemens Prokop anschließen, der nach LA 34 / 2006 „bei der nächsten EAA-Counsil-Sitzung den Antrag stellen will, künftig Athleten, die weniger als 5 x unangemeldete Trainingskontrollen nachweisen können, einem Start bei der EM ( wir möchten ergänzen : und bei den großen Events in Europa ) zu verweigern“! Bitte, Herr Prokop, geben sie gleich dem IAAF-Vize Herrn Prof. Diegel eine Kopie diese Antrages an die IAAF, an den Präsidenten Liame Diack mit, aber mit dem Vermerk : dringend und ernst gemeint.

Unsere Forderung : Trainingskontrollen weltweit, auf allen Kontinenten, auch in USA, Afrika und Asien. Vor allem in Phasen, in denen die Wettkampfleistung speziell vorbereitet wird. Fragen sie die besten Trainer der Welt und ihre Manager (auch die müssten bei positiven Tests mit gesperrt werden), sie wissen immer, wo sich ihre Athleten / Camps gerade zum Zwecke des Trainings ohne Kontrollen verstecken !

von Lothar Pöhlitz